Offenbarung 1,4
Andachten
Johannes den sieben Gemeinen in Asien: Gnade sei mit euch, und Friede von Dem, der da ist, und der da war, und der da kommt; und von den sieben Geistern, die da sind vor Seinem Stuhl; und von JEsu Christo, welcher ist der treue Zeuge, und Erstgeborne von den Toten, und ein Fürst der Könige auf Erden; der uns geliebt hat, und gewaschen von den Sünden mit Seinem Blut, und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor GOtt und Seinem Vater; Demselbigen sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, Er kommt mit den Wolken; und es werden Ihn sehen alle Augen, und die Ihn gestochen haben; und werden heulen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der HErr, der da ist, und der da war, und der da kommt, der Allmächtige.
Die Offenbarung St. Johannis ist der Grundriss der Entwicklung der Kirche, die sieben Gemeinden, an welche Johannes schreibt, sind die sieben Entwicklungszeiten der christlichen Kirche, und wenn nicht alle Zeichen trügen, sind sechs dahin, und wir stehen in der siebenten, in der Zeit der Gemeinde zu Laodicea, der Gemeinde, die weder kalt noch warm ist, und die GOtt deshalb aus Seinem Munde ausspeien will. Johannes wünscht nun allen Gemeinden Gnade und Frieden, denn das sind die beiden Pole, um welche sich das ganze christliche Leben dreht. Wer Gnade von seinem GOtt hat und wer Frieden in seinem Herzen besitzt, der ist ein seliger Mann. An dem Frieden des Gewissens merken wir, dass wir die Gnade GOttes empfangen haben. Der Friede ist das Siegel der göttlichen Barmherzigkeit, denn Friede ist, wo Vergebung der Sünden ist, und wo Vergebung der Sünden ist, da ist Leben und Seligkeit. Gnade und Frieden aber kann nur der HErr JEsus Christus verleihen, der uns geliebt hat, gibt die Gnade, und Seine Liebe ist ja die Bürgschaft, dass wir einen gnädigen GOtt im Himmel finden. Der uns gewaschen hat mit Seinem Blut, der gibt den Frieden, denn nur dadurch, dass wir von unsern Sünden frei werden, haben wir Frieden. Es ist kein anderes Mittel, von den Sünden rein zu werden, als das Blut JEsu Christi. Denn noch immer gilt es: „Das Blut JEsu Christi macht uns rein von aller Sünde!“ Wer daher das Blut Christi gering achtet, der verschmäht die Reinigung seines Lebens. Es ist doch eine große Gnade, dass der König der Könige, der Fürst der Fürsten Sich herbei lässt, uns zu waschen mit Seinem heiligen Blut, aber noch größer ist die Gnade, dass Er uns zu Königen und Priestern macht. Es möchte uns ja schwindeln auf der Höhe, auf welche uns dies Wort des heiligen GOttessohns stellt. Aber, dass es wahr ist, sagt uns nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch unsere Vernunft, denn sind wir mit königlichem Blute gespeist, ist königliches Blut in unsern Adern, dann kann es nicht anders sein, wir müssen Erben werden Seiner königlichen Würde. Möchten wir denn auch unserem Stande gemäß leben und königlich und priesterlich auf Erden wandeln, damit wir nicht zu Schanden werden, wenn Er nun kommt, denn dann müssen Seine Majestät auch die anerkennen, welche Seine Gottheit auf Erden bestritten und die Ihn durch ihren Wandel hienieden gekränkt haben. Willst du aber würdig werden, dann lass Ihn Anfang und Ende deines Lebens sein, denn wer in Ihm sterben will, der muss zuvor in Ihm leben.
Aber was bedeuten denn die sieben Geister in Seinem Stuhl? Das sind die sieben Engelsfürsten, welche Seine Befehle ausrichten. Es sind ja im Himmel so gut Reiche wie auf Erden, und darum auch dort Fürsten. Diese Fürsten sind Vorsteher der sieben Gemeinden. Sie verkehren mit dem lebendigen GOtt, um für die Gemeinden Gnade und Frieden zu erbitten. So gibt uns unser Text einen Einblick in das Leben des Himmels. Helfe aber unser HErr aus Gnaden, dass wir würdig werden, die Geheimnisse des Himmels von Angesicht zu Angesicht zu schauen! Amen. (Johannes Paulsen)