Zuletzt angesehen: Burghard von Cramm Johann Sailer 1. Petrus 5,6

1. Petrus 5,6

1. Petrus 5,6

Andachten

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit.
Sich demütigen heißt, sich von jeder falschen Höhe herunterstellen und Gott allein die Ehre geben. Zur Demut kommt man nur durch Brechen mit dem Hochmut und durch das Bitterwerden desselben. Es kann uns niemand demütigen, wir müssen es selbst tun, und so lange wir uns sträuben, ist uns nicht zu raten noch zu helfen. Aber wir sollen uns ja nicht unter die Hand eines Tyrannen, sondern unter die gewaltige Hand Gottes uns stellen, und die Selbstdemütigung hat ja auch die Verheißung der Erhöhung durch dieselbe Hand, unter die wir uns gebeugt haben. Gott schlägt zu Boden, aber wen? nur unsern Stolz, nur das, was uns elend macht. Ist die Sünde in uns geschlagen, so wird die Gnade dann über die Sünde Meister und zieht das geschlagene Gewissen aus dem Staub empor, und schenkt ihm eine Gerechtigkeit, die herrlicher ist als die der Engel. Selbstdemütigung tut wehe, aber in diesem Wehe ist doch ein seliges Wohl; man denke an die Tränen des verlorenen Sohnes; hätte er die je hergegeben? Aber man hüte sich vor falschen Demütigungen, vor solchen, die aus menschlichen Rücksichten kommen, oder aus einem Herzen, das nicht lauter ist. Der Schein der Selbstdemütigung macht den falschen Zöllner, der Gott noch mehr zuwider ist als der hochmütige Pharisäer. Auf diesem Weg gerät man in die Verhärtung und in das Gericht der Verstockung, denn nur den Aufrichtigen lässt es der Herr gelingen, nur solche Seelen erhöht er. (Johann Friedrich Lobstein)


So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
Wohl dem, der sich demütigt unter Gottes gewaltige Hand: er wird von der Sorge frei. Wir wollen unser Leben selber regieren; wir meinen, wir müssten dem Herrn helfen, wir wüssten es besser als er - darum sorgen wir. Wolltest du dich demütigen unter Gottes gewaltige Hand, und zu deinem armen, stolzen Herzen sprechen: Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll du würdest von selbst der Sorgen los und würdest Ruhe finden für deine Seele. Darum beuge deinen Willen unter Gottes Willen. Sprich: Meinem Verstand sind deine Wege dunkel, aber ich bin töricht, du weise; ich bin schwach, du stark; ich bin sündig, du heilig. Du weißt es besser als ich. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll sein Kind regieren. - Wohl musst du Sorgen der Liebe haben, aber du sollst sie nicht für dich allein haben, als hättest du allein dafür einzustehen. Sondern du sollst deine Sorgen Gott befehlen im Gebet: Ich habe dafür gearbeitet, getan, was ich konnte. Nun nimm du's in deine Hände, es ist nun deine Sache, mein Gott, mein Vater. Der Ausgang, das Ende steht ja doch immer bei dir allein.

Und so mach's mit allen Sorgen. Alle eure Sorgen werft auf ihn. Keine ausgenommen. Nicht bloß die großen. Denn vor dem, in dessen Hand die Inseln sind wie ein Stäublein, ist auch das Große klein. Und der in seiner Liebe alle Haare auf unserm Haupte gezählt hat, vor dem ist auch die kleinste Sorge groß. Alle Sorge werft auf ihn. Ja, du Kind der Sorge, raff dich auf mit ganzer Kraft, schließ die Augen und nimm alle deine Sorgen, und wirf sie auf ihn, der stärker ist, als du. (Adolf Clemen)


Getrost, die kleine Zeit, die wir leiden sollen, ist abgemessen. Und was wir leiden sollen, samt jedes Leidens Zweck und Ziel, ist auch abgemessen. Die Schmerzen sollen nicht umsonst sein; Er will uns dadurch vorbereiten zu der Herrlichkeit, die uns zugedacht ist, indem Er uns stärkt im Kampf und mit immer neuem Mut kräftigt. Das alles aber geschieht damit, dass Er uns immer tiefer eingründet in die Gnade, die allenthalben und auf allerlei Weise gegeben wird dem Demütigen! (Theobald Wunderling.)


Dies kommt einer Verheißung gleich: wenn wir uns beugen wollen, so will der Herr uns erheben. Demut führt zur Ehre. Unterwerfung ist der Weg zur Erhöhung. Dieselbe Hand Gottes, die uns niederdrückt, wartet darauf, uns zu erheben, sobald wir den Segen tragen können. Wir bücken uns, um zu siegen. Viele kriechen vor Menschen und erlangen doch nicht den Gönnerschutz, des sie begehren; aber wer sich unter die Hand Gottes demütigt, wird nicht verfehlen, reich gemacht, erhoben, gestärkt und getröstet zu werden von dem Ewig Gnädigen. Es ist die Gewohnheit Jahwehs, die Stolzen niederzuwerfen und die Niedrigen zu erhöhen.

Aber es ist eine Zeit da für das Wirken des Herrn. Wir sollten uns jetzt demütigen, in diesem gegenwärtigen Augenblick; und wir sind verbunden, dies stets zu tun, ob der Herr seine züchtigende Hand auf uns legt oder nicht. Wenn der Herr schlägt, ist es unsre besondere Pflicht, die Züchtigung mit tiefer Unterwerfung anzunehmen. Aber unsre Erhöhung durch den Herrn kann nur „zu seiner Zeit“ geschehen, und Gott ist der beste Richter über Tag und Stunde dazu. Schreien wir ungeduldig nach dem Segen? Würden wir eine unzeitige Ehre wünschen? Was machen wir? Gewiss, wir sind nicht wahrhaft gedemütigt, sonst würden wir mit ruhiger Unterwerfung warten. So lasst uns tun. (Charles Haddon Spurgeon)


“So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes“
Das wäre eine ganz überflüssige Mahnung, wenn die gewaltige Hand Gottes immer gleich sichtbar wäre. Wer unter uns wäre nicht bereit, sich sofort zu demütigen, wenn die Hoheit und Majestät Gottes ihm gegenübersteht! Aber nun sind es Menschen, ungerechte, lieblose Gegner, die uns die schmerzliche Demütigung vielleicht in übermütiger Laune wie einen Peitschenschlag versetzen. Das tut weh, und man möchte sich verteidigen, den Tatbestand feststellen, damit nicht andere glauben, wir ließen uns alles gefallen. Unsere Ehre wird durch den hinterlistigen Angriff in der Zeitung besudelt oder wenigstens sind wir verkleinert und lächerlich gemacht. Sollen wir das auf uns sitzen lassen? Wie, wenn aus jener Geschichte nun die gewaltige Hand Gottes sichtbar würde? Durch unsere Freunde kann er uns nicht so demütigen; die halten leicht zu viel von uns. Darum müssen diese Feinde in Gottes Hand das Werkzeug zur schmerzhaften Demütigung sein. Sobald uns das klar wird, sinkt jede Waffe der Verteidigung. Schließlich hat jener Schlag, der unsern Ehrgeiz traf, doch gezeigt, wie empfindlich wir in solchen Dingen sind. Schon weil es so weh tut, muss es notwendig gewesen sein! Darum wollen wir uns vor Gott beugen und uns durch unsere Feinde erziehen lassen!

Herr, unser Gott, reinige uns die Seele von aller Eitelkeit und Empfindlichkeit und mach uns stille. Dann lass uns spüren, dass du uns lieb hast und uns besser und treuer und demütiger machen willst. Lösche den letzten Funken des Zorns und der Rachsucht aus unserer Seele um deinetwillen. Amen. (Samuel Keller)


So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher, wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge.
„Seid nüchtern und wacht,“ so fährt der Apostel fort „denn euer Widersacher, der Teufel, geht um her wie ein brüllender Löwe, und sucht, welchen er verschlinge; dem widersteht im Glauben.“ So lange ein Mensch noch in der eigenen Gerechtigkeit steht, so lange kann er gar nicht auf die rechte Art nüchtern sein und wachen, denn er ist ja noch im Traume und noch gar nicht recht zu sich selber gekommen, und wenn er sich anstrengt, so ist's ein elendes, jämmerliches, mühevolles Reben. Was aber den Teufel anbetrifft, so ist es gewiss, dass der Satan seine Hauptbollwerke in einer solchen Seele hat; denn sie ist gefangen; sie ist gefällt; Satan ist seines Sieges gewiss, noch ehe er seine Reizungen und Lockungen angefangen hat. Ein selbstgerechter Sünder hat ja keinen völligen Glauben, wie kann es widerstehen? Er steht ja nicht auf dem Grund der Versöhnung, kann nicht überwinden durch des Lammes Blut, kann sich, wenn ihm der Teufel zusetzt, nicht verkriechen in seinen Erbarmer; er ist ja noch in halbem Einverständnis mit ihm, noch halb oder ganz in seinem Reiche. Ein armer, gebeugter Sünder aber kann wohl überwinden; denn er sucht ja seine Kraft nicht in sich selber, sondern er verlässt sich lauter auf die Kraft Gottes; und die, welche auf Gott harren, werden nicht zu Schanden; zu Schanden aber müssen werden die losen Verächter. Ein armer Sünder macht nicht viele Umstände mit dem Teufel, wenn er von ihm angefochten wird, er schlägt sich nicht lange mit ihm herum, was nichts als Übermut und Vermessenheit ist, sondern er hat sich schon so an seinen Erbarmer gewöhnt, dass er nichts mehr ohne denselben tun kann. Er nimmt den Satan mit an sein gewöhnliches Plätzchen; er nimmt ihn mit zum Kreuz auf Golgatha; er hält allen seinen Anläufen und Anfechtungen das vor, was dort für alle armen Sünder geschehen ist, und da flieht der Satan.

Denn das Kreuz Christi ist ihm ein Dorn im Auge; das kann er nicht aushalten. Und sollte er auch fragen: was hast du für ein Recht an dieses Opfer, das geschehen ist? du darfst dich desselben nicht getrösten; und wollte ihm den letzten Anker seiner Hoffnung wegdisputieren, so weiß ein armer Sünder keine Ursache, warum er sollte an Christum ein Recht haben als die, dass er ein armer Sünder und Christus ein Heiland für die Sünder ist. (Ludwig Hofacker)

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