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1. Petrus 3,4

1. Petrus 3,4

Andachten

Der verborgene Mensch des Herzens unverrückt, mit sanftem und stillem Geist, das ist köstlich vor Gott.
Wer den Weg der Heiligung wirklich geht, der kann sich den Trost ins Herz hinein sagen lassen: Der Weg der Heiligung ist köstlich vor Gott. Verborgen ist er vor Menschenaugen; der verborgene Mensch des Herzens hat mit sanftem und stillem Geiste an sich zu arbeiten, dass er den Willen Gottes mehr und mehr tue. Davon merkt man nichts im Rauschen des Lebens. Und wenn die Kämpfe oft noch so bitter und noch so schwer sind, sie bleiben vor Menschen verborgen. Aber gerade diese innerliche Arbeit des Christen ist köstlich vor Gott. Der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber der Herr sieht das Herz an. Das darfst du dir in den Stürmen deines Herzens zum Troste sagen: Mein Herr und Heiland sieht auf mich hernieder; ich kämpfe vor seinen Augen. Glaube nicht, dass unser Herr uns in die schwere Arbeit stellt und kümmert sich dann nicht um uns. Er merkt auf jedes Zucken des klagenden Herzens; er achtet auf jede Freude des jubelnden Herzens. Wenn die Sünde dich einmal niederwirft, so ist ihm das ein bittrer Schmerz; und wenn du einmal den Feind besiegt hast, dann ist ihm das eine große Freude. Und du darfst es auch erfahren, wie köstlich dein Weg vor Gott ist. Gerade in dem stillen und doch so heißen Streit, den du durchzuleben hast, schickt er dir seinen herrlichen Trost. Als Daniel einmal herzlich und brünstig gebetet hatte, trat der Engel Gottes zu ihm und verkündete ihm, dass sein Gebet erhört sei, und sagte: „Denn du bist lieb und wert.“ (Dan. 9, 23.) Das darf sich jeder treue Christenmensch sagen lassen, dass er vor Gottes Angesicht lieb und wert ist. Und ein andermal lesen wir in Gottes Wort: „Weil du so wert bist vor meinen Augen geachtet, musst du auch herrlich sein.“ (Jes. 43, 4.) Ja, köstlich bist du vor Gott, lieber kämpfender Christenmensch. Das sei dein Trost.

Lasst uns beten: Du freundlicher Helfer in Not, treuer Herr und Gott! Lass Dein Auge auf uns herab sehen in dieser Morgenstunde, da wieder ein Tag voll Kampf und Arbeit an unsrer Seele vor uns liegt. Richte unsern Sinn recht himmelan, dass wir nicht vergessen, wie Du mit uns trägst, wenn wir fallen, und Dich mit uns freust, wenn wir vorwärts kommen. Mache den verborgenen Menschen des Herzens immer kräftiger und lass ihn immer köstlicher vor Dir werden. Sende uns einen Trost nach dem andern, bis wir einmal ewig getröstet sind und köstlich und herrlich offenbar wird, dass wir Dein eigen sind, und dass uns Niemand aus Deiner Hand reißen darf. Amen.. (Wilhelm Hunzinger)

Predigten

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