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1. Petrus 1,3

1. Petrus 1,3

Andachten

Gelobt sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel.
Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist's geschehen, dass es eine lebendige Hoffnung gibt, und weil wir glauben an den Auferstandenen, so ist unsere Hoffnung eine vom Leben durchdrungene. Er lebt, und wir, seine Glieder, leben samt ihm, denn in der Wiedergeburt sind wir zusammengewachsen“ mit seinem Tode und seiner Auferstehung (Röm. 6, 5), sind samt ihm aufgeweckt und samt ihm in das himmlische Wesen versetzt. Wie die Reben grünen durch den Saft des Weinstocks, so ist der Christen Hoffnung lebendig kraft der Auferstehung Jesu Christi. Um Christi, des Erstlings willen, reifen, die ihm angehören, zu der Ernte der Auferstehung und des Lebens hinan. Was unsere Hoffnung eitel machen und töten müsste, das ist versperrt im Grabe unsers Heilandes, denn um unsrer Sünde willen ist er dahingegeben und um unsrer Gerechtigkeit willen auferweckt.

Was es um die lebendige Hoffnung des Christen sei, bezeugt Petrus mit sonderlicher Freude. Er lobt Gott nicht bloß in Mitfreude an dem seinen Brüdern wiederfahrenen Heile, sondern er schließt sich selber mit ein, er spricht: der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Wohl ist die Hoffnung, die Frucht der Wiedergeburt, auch den Heiligen im alten Bunde beschieden gewesen, so gewiss das Wort von der zukünftigen Gnade kräftig unter ihnen wirkte; doch sind sie nicht vollendet“ worden; die Vollendung ihrer Hoffnung erlangen sie erst samt den Kindern des neuen Bundes durch den auferstandenen Heiland. Nachdem gekommen ist, der da kommen sollte, dem Israel entgegenharrte; nachdem er am Kreuze siegreich gerufen: „Es ist vollbracht!“ und durch seine Auferstehung Leben und unvergängliches Wesen an das Licht gebracht hat: seitdem ist der Vorhang zerrissen, der das Jenseits verhüllte, und was an Hoffnungskeimen des ewigen Lebens eingesät war in den alttestamentlichen Boden, das sprosste hervor in Pflanzen lebendiger Hoffnung dem Herrn zum Preise. Nun haben wir Antwort lebendiger Hoffnung auf die schweren Fragen, welche das unerbittliche Totenreich der Seele vorlegt, haben hellen Trost in dunklen Hiobsstunden und treiben hinweg den bangen Seufzer: „Wird der Mensch auch wieder leben, wenn er gestorben? So wollte ich harren alle Tage meiner Ritterschaft, bis meine Ablösung käme.“ (Hiob 14, 14); denn erfüllt ist Hiobs sehnliches Verlangen nach dem Erlöser, der da lebt und siegend auf dem Staube steht (Hiob 19, 25), und hindurch durch die Gedanken, welche die lange Todesnacht ihr macht, singt die Kirche Jesu Christi: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“ Was im alten Testament Vorschmack war, das ist im neuen Vollgenuss geworden. Jedoch auch unser Vollgenuss ist wieder nur ein Vorschmack gegen die selige Ewigkeit. Wir sind wohl selig, doch in Hoffnung. Die himmlische Stadt, nach welcher die Patriarchen in ihrer Pilgrimschaft sich sehnten, und der wir näher gekommen sind als sie, die uns im Worte der Offenbarung deutlich vor Augen gemalt ist: sie ist auch uns noch eine zukünftige, die wir suchen, und im Glauben, nicht im Schauen, besitzen wir das himmlische Erbe, welchem wir wiedergeboren sind. (Friedrich Wilhelm Besser.)


Was sucht mein vorwärts zum Kommenden hin gewendeter Blick? Erwartet er den Fortbestand dessen, was schon vorhanden ist? Das kann nicht das sein, worauf ich warte, auch wenn ich bedenke, dass sich das Vorhandene bewegt und der Entwicklung fähig ist in einer Weise, die ich noch nicht übersehen kann. Immer aber baut sich, wenn Entwicklung geschieht, das neue Gebilde aus dem auf, was der frühere Zustand in sich trug, und trägt dieselben Kräfte wie das alte in sich. Wie soll ich auf ein Fortbestehen des Zustandes hoffen, den die Natur mir jetzt bereitet, da er mich sündig und sterblich macht? Ein neues muss werden, ein neuer Anfang geschehen, eine neue Geburt mir beschert sein, die mein Leben auf einem ganz anderen Grund aufbaut, dann habe ich eine Hoffnung. Ich muss aber nicht suchen, ob ich wohl eine solche Hoffnung fände. Sie ist mir ja dadurch zuteil geworden, dass Jesus auferstanden ist. Das ist nicht die Erhaltung, Verbesserung und Verklärung dessen, was vorhanden ist, sondern Neuheit des Lebens, aus neuer Wurzel geboren, aus einer neuen Tat des schaffenden Gottes, und da uns Gott an Jesus zeigt, was Er mit uns im Sinne hat, so sehen wir am Ostertag, dass Er uns in der Tat ein Neuwerden zugedacht hat, mit dem unser Leben auf einem ganz anderen Fundament wieder aufgebaut wird. Petrus nannte das den Erweis der großen Barmherzigkeit Gottes. Hat er nicht recht? Tritt nicht auf diesem Weg die Hilfe so an uns heran, wie wir sie bedürfen? In einem Grab entstand das neue Leben, in dem, der unsere Schulden von uns genommen hat. Damit stellt Gott seine Gabe an unseren Mangel heran und heftet sein Werk, mit dem das völlig Neue wird, fest an das an, was wir jetzt noch sind. Weil aus Jesu Grab die Hoffnung hervorkommt, ist etwas Neues in meine Seele gelegt, was die Natur mir nicht geben kann. Sehnsucht kann ich auch von der Natur empfangen, allein nicht mehr. Sehnsucht kommt im Seufzen und Dichten der Menschen reichlich zum Ausdruck. Zur Hoffnung aber brauche ich mehr als einen drückenden Schmerz, der mich vom Gegenwärtigen wegtreibt. Die Hoffnung verlangt eine deutliche Bezeugung der Absicht Gottes, ein Sichtbarwerden seines Willens in dem, was geschah. Das habe ich in der Auferstehung Jesu vor mir. Sie beschäftigt mich nicht mit dem, was ich mir wünsche, sondern zeigt mir, was Gott tut. Darum ist diese Hoffnung etwas Lebendiges, neu geborenes Leben, so, wie es Raum in unserem gegenwärtigen Zustand hat.
Darum, weil meine Hoffnung ihren Grund nicht in mir selber hat, darum ist sie lebendig. Sie lebt durch Deine Barmherzigkeit, barmherziger Gott; sie lebt, denn dein Vergeben sie rein macht im Blut Deines Sohnes; sie lebt, weil Deine schöpferische Hand den Tod in Leben verwandelt hat. Darum stehen auch wir, die Sterbenden, vor Dir als die, die zu Deinem Lob berufen sind. Amen. (Adolf Schlatter)


Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel.

Stände nur ein kleiner Teil dessen, was unser Gott uns in Christo Jesu sein will, immer ganz lebendig vor unserer Seele, so müsste unser Mund Tag und Nacht überfließen von Lob und Dank. Der ewige, allmächtige, majestätische und heilige Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi ist durch Christum mein Vater; ich darf als Kind, in seinem großen, reichen Hause, Abba rufen, vertraulich mit ihm reden, mit allen Bedürfnissen zu ihm kommen, und er antwortet mir, er gibt mir, er sorgt für mich! Meine Kindesstellung, dieses Wunder der Wunder ist das Werk seiner großen Barmherzigkeit. In großer Barmherzigkeit sah er mich, ferne von ihm, in der Irre gehen. Ich war arm, verkommen, vom Feind verwundet um und um, dem Tode nahe. Ihn, die ewige Liebe, jammerte es meiner; in meinem Heiland nahte er sich mir, hob mich auf, vergab mir meine Verirrungen und Torheiten, verband meine Wunden und hauchte neues Leben in meinen armen Geist. Es wurde still in meiner Seele nach langem Sturm. Die Liebe Jesu durchdrang mein Herz; das alte Misstrauen verschwand, und kindliches Vertrauen kehrte ein. Wie reich fühlte ich mich! Vorher war ich so hoffnungs- und aussichtslos; meine ganze Zukunft war ein großes Fragezeichen. Nun fühle ich in mir lebendige Hoffnung, die keine Einbildung ist, wie manche frühere Hoffnung. Nein, der Geist Jesu hat mir die Hoffnung in das Herz gelegt; ich hoffe, weil ich ein Kind des Vaters meines Herrn Jesu Christi bin; denn als Kind bin ich Erbe. Mein erstgeborner Bruder ist schon droben in des Vaters Haus, und hat mein und aller meiner Brüder Erbe in Empfang und Verwahrung genommen, bis wir alle auch nach Hause kommen werden. Wie werden wir uns dann freuen! Der Feind wollte mir schon sagen, es sei das Alles Täuschung. Gelobt sei Gott! Es ist eine Täuschung. Mein Leben, meine Kindschaft, meine Hoffnung und mein Erbe sind ja lauter Früchte der Auferstehung Jesu Christi meines Heilandes. Ich weiß, ich lebe, weil er lebt. Ich weiß, dass ich tot war und er, der Auferstandene, mich lebendig gemacht hat. Sein Geist gibt Zeugnis meinem Geiste, dass ich Gottes Kind bin.

Vater unseres Heilandes Jesu Christi! Gelobt sei Dein Name, dass Du mich wiedergeboren hast zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi, und mir durch ihn geschenkt hast ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Erbe. Amen. (Elias Schrenk)


Der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung.
Wenn wir der ersten Epistel Petri erstes Kapitel betend lesen, durchdringt uns ein warmer Lebenshauch aus Gott. Es klingt so karfreitäglich und so österlich, was uns hier verkündigt wird. Von der kostbaren Erlösung durch das teure Blut Jesu Christi, als eines untadeligen und unbefleckten Lammes, redet der Apostel. Welch einen freudigen Widerhall findet das in gottesfürchtigen Seelen! Erlöst sind wir von den vorigen Lüsten in unserer Unwissenheit, erlöst von Satans Knechtschaft, erlöst von dem Wandel nach Weltart. Gelobt sei Jesus Christus! Ja, wer nur erst einmal den Herrn als das Leben erkannt und erfasst hat, dem mangelt's an Karfreitags- und Ostersegen nicht. Das ganze Jahr lebt die Seele von dem, was aus Jesu Fülle quillt. Vielfältige Barmherzigkeit ist's, was Gott uns angedeihen ließ in Seinem Sohne. Wahrhaft „Wiedergeborene“ haben in sich ein göttliches Leben, der Geist des Sohnes ist in ihre Herzen ausgegossen. Der reinigt, läutert und verklärt mehr und mehr ihr ganzes Wesen. Sie werden in der Gemeinschaft Christi niedrig, demütig, gelassen und legen eine edle Art an den Tag. - Die Wiedergeborenen haben eine lebendige Hoffnung. Der Herr, der auferstanden ist von den Toten und zur Rechten Gottes sitzet, wird wiederkommen. Ihn zu sehen, wie Er ist, als Gereinigte und Verklärte bei Ihm zu sein ewiglich, als ein priesterliches und königliches Volk teil zu haben an Seinem wunderbaren Reiche, das ist unsere Hoffnung. Der Wiedergeburt der Menschen wird einst die „Wiedergeburt“ der Welt folgen. Jesus hat Sein Werk angefangen, Er wird es auch vollenden. (Markus Hauser)


Gelobt sei Gott und der Vater unser HErrn Jesu Christi, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel.
Das Warten der Gerechten wird Freude werden, aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein, Sprüche. 10,28. Nur diejenigen, die der himmlische Vater wiedergeboren hat, haben durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung, das ist eine Hoffnung, welche in ihren Herzen wirksam ist, sie erquickt und zum Tun und Leiden stärkt: da hingegen die Hoffnung der Unwiedergebornen eine kalte, falsche und tote Einbildung ist. Man muss durch die Wiedergeburt ein Kind Gottes geworden sein, wenn man eine rechtmäßige Ansprache an das himmlische Erbe haben soll, denn nur diejenigen, die Kinder heißen, können Erben sein. Damit sich aber die lebendige Hoffnung der Wiedergeborenen so weit erstrecken, und bis zu jenem himmlischen Erbe erheben könne, ist Jesus Christus von den Toten auferstanden, und hat als ein Lebendiger, und als der Erstgeborne unter vielen Brüdern von jenem Erbe Besitz genommen: so dass nun alle Kinder Gottes auch auferstehen und Seine Miterben sein können. Eine Auferstehung war freilich bei Christo nötig, weil der Vater Ihn zum Erben über Alles gesetzt hat, Hebr. 1,2., und Er dieses Erbe nur als ein Lebendiger besitzen konnte: Seine Auferstehung zieht aber die Auferstehung aller Wiedergeborenen nach sich, und diese können auch nur als auferstandene und ganz verklärte Menschen dasjenige empfangen, was in der Heiligen Schrift ein Erbe heißt. Es wird jetzt im Himmel aufbewahrt, und alsdann wirklich gegeben werden, wenn der HErr Jesus das Gericht halten und zu den Gerechten sagen wird: kommet her, ihr Gesegnete Meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Matth. 25,34. Es ist ein unvergängliches Erbe, weil es durch keine äußerliche Gewalt und durch keinen Gebrauch und Genuss verzehrt und aufgerieben wird. Es ist dem Dienst der Verzehrung nicht unterworfen, wie alle sichtbaren Dinge, die unter der Sonne sind, und die man deswegen eitel heißt. Röm. 8,21. Pred. Sal. 1. Es ist auch ein unbeflecktes Erbe. Keine Ungerechtigkeit haftet daran, gleich wie sie auf Erden auf eine grobe oder subtile Art an demjenigen haftet, das man sammelt, und Anderen als ein Erbe hinterlässt. Aber im neuen Himmel und auf der neuen Erde, wo dieses Erbe sein wird, wohnt Gerechtigkeit, 2 Petr. 3,13. Im neuen Jerusalem wird kein Bann mehr sein. Off. Joh. 22,3. Es ist auch ein unverwelkliches Erbe, weil es von innen heraus nicht vergeht, durch die lange Währung nicht kraftlos wird, und nichts von seiner Schönheit verliert. Ein solches Erbe ist den Wiedergeborenen im Himmel auf den Tag Jesu Christi aufgehoben. Ist es also nicht Barmherzigkeit, und zwar große Barmherzigkeit, wenn Gott der Vater unsers HErrn Jesu Christi durch die Taufe, oder hernach aus Seinem lebendigen Wort (1 Petr. 1,23.) einen Menschen wiedergebiert? Wer sollte sich nicht gerne dazu hingeben? Wer sollte nicht allen Fleiß anwenden, den Stand eines Wiedergeborenen zu erlangen, und bis an sein Ende zu bewahren? (Magnus Friedrich Roos)


Gelobt sei GOtt und der Vater unsers HErrn JEsu Christi, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung JEsu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel. Euch, die ihr aus GOttes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit (wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf dass euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewährt wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbart wird JEsus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an Ihn glaubt, wiewohl ihr Ihn nicht seht, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Nach welcher Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der zukünftigen Gnade auf euch geweissagt haben. Und haben geforscht, auf welche und welcherlei Zeit deutete der GEist Christi, der in ihnen war, und zuvor bezeuget hat die Leiden, die in Christo sind, und die Herrlichkeit danach; welchen es offenbart ist. Denn sie haben es nicht ihnen selbst, sondern uns dargetan, welches euch nun verkündigt ist durch die, so euch das Evangelium verkündigt haben, durch den heiligen GEist vom Himmel gesandt, welches auch die Engel gelüstet zu schauen.
Jeder Mensch muss ein Ziel haben, damit er weiß, wohin er reist und wofür er lebt. Ein Mensch ohne Lebensziel sinkt zum Tier herab, welches von Tag zu Tag lebt, ohne an die Zukunft zu denken. So haben die Christen die Seligkeit auf Erden vor sich; sie wissen, dass am Ende ihrer Tage die Ewigkeit liegt und in der Ewigkeit das herrliche Paradies und darin ihr lieber HErr JEsus, der sie voll Freude erwartet. Wem sollte das Herz nicht höher schlagen bei dem Gedanken, dass er seinen HErrn JEsum von Angesicht zu Angesicht sehen darf? Er hat hier so viel von Ihm gehört und so viel von Ihm empfangen, er hat hier so oft zu Ihm geredet und so oft von Ihm gesungen. Da ist ihm zu Mute wie einer Braut, welche etwa durch den Willen der Eltern mit ihrem Bräutigam, der in der Ferne weilt, verlobt ist, und die von demselben Geschenke und schöne Briefe empfängt und ihm auch schöne Briefe wieder schreibt. Wie sehnt sich da ihr Herz danach, um auch zu ihrem Bräutigam eilen und bei ihm weilen zu dürfen. Sie denkt an nichts Anderes als: wie komme ich zu ihm! So macht es auch der Christ in dieser Welt. Er sehnt sich nach seinem lieben HEilande; denn dessen Liebe ist seine Heimat. Aber er weiß auch, dass nur der Glaubensweg zu JEsu führt, und dass er nicht hier, sondern dort Ihn schauen soll. Der Glaube aber muss sich bewähren in der Trübsal; denn ein Glaube ohne Versuchung ist wie ein ungewaschenes Kind. Daher sorgt der liebe GOtt dafür, dass der Christ heimgesucht wird. Freilich sieht es damit oft aus wie mit einem Schiffe, das auf dem Meere fährt. Alle Augenblicke scheint es, als müssten die Wellen es verschlingen oder als bringe der Wind es zum Umwerfen; aber wir wissen, Wind und Wellen müssen dem Schiffe helfen, zum Hafen zu kommen. So müssen auch die Leiden dieser Welt den Glauben zum Schauen bringen. Verzagt doch nicht, liebe Christen, wenn es aussieht, als wolle der Teufel euch allen Glauben nehmen! Er hat euch den Glauben nicht gegeben, und er kann GOtt nicht stehlen, was Sein ist. Hier steht: GOtt will euch den Glauben bewahren bis zum Schauen, und Ihm traut ihr doch wohl zu, dass Er es kann! Darum seid getrost in aller Anfechtung: GOtt führt den Glauben zum Schauen! Amen. (Johannes Paulsen)

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