Hebräer 9,14
Andachten
Das Blut Christi, der Sich selbst ohne allen Wandel durch den Heiligen Geist Gott geopfert hat, reinigt unser Gewissen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott.
Zur Zeit des Alten Testaments wurden die Priester, die gewesenen Aussätzigen, ja der ganze Haufe der Israeliten (2 Mos. 24) mit Opferblut besprengt, um sie zu weihen, die Kraft des Opfers ihnen zuzueignen, und sie zu entsündigen. Auch wurde die Stiftshütte und alles Geräte des Gottesdienstes (ob es schon keine innerliche Unreinigkeit an sich hatte) mit Blut besprengt, damit es einen neuen Wert bekommen, und würdig werde, zum Dienst des heiligen Gottes gebraucht zu werden. Und so wurde fast Alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen geschah keine Vergebung, Hebr. 9,21.22. Das Besprengen mit Blut hat also diese Absicht, dass die besprengten Sachen zum Dienst Gottes geweiht, und, wenn es Menschen widerfuhr, ihnen die Sünden vergeben wurden. Im Neuen Testament gibt es eine Besprengung der Herzen (Hebr. 10,22.) mit dem Blut Christi (1 Petr. 1,2.), welche man erfährt, wenn man sich der Heiligung des Geistes unterwirft, welche den Glauben an Jesum hervorbringt. Gleichwie durch diese Heiligung der Sinn geändert wird: also wird durch das Blut Christi das Gewissen von den toten Werken gereinigt, da dann zugleich der Gehorsam gegen Gott, oder die Willigkeit, dem lebendigen Gott zu dienen, entsteht.
Diese Reinigung geschieht durch das Blut Jesu Christi, der Sich selbst ohne allen Wandel oder Fehl durch den Heiligen Geist Gott geopfert hat. Das Blut Jesu Christi reinigt das Gewissen, indem es Vergebung und Ruhe, Gerechtigkeit und Friede mit Gott darein bringt. Weil es das Blut Dessen ist, der Sich selbst ohne allen Wandel Gott geopfert hat: so wird demjenigen, dessen Gewissen dadurch gereinigt wird, die Kraft und Frucht dieses Gott wohlgefälligen Opfers zugeeignet. Er wird entsündigt und empfängt die Versöhnung, die Christus durch Sein Opfer zuwege gebracht hat. Und weil Jesus Christus Sich durch den Heiligen Geist Gott geopfert hat, und Seine ganze menschliche Natur, da Er Sich selbst opferte, mit dem Heiligen Geist gesalbt war, so reinigt auch jetzt Sein Blut das Gewissen nicht ohne den Heiligen Geist; welcher als der Geist der Kindschaft die Furcht aus dem Gewissen durch Sein Zeugnis wegnimmt, und Abba Vater rufen lehrt. Aus dieser Reinigung des Gewissens entsteht allein die Tüchtigkeit, dem lebendigen Gott zu dienen. Denn wie sollte derjenige dem lebendigen Gott dienen können, dessen Gewissen durch tote Werke verunreiniget ist, der sich also als verurteilt fühlet, sich vor Gott, wie Adam nach seinem Fall, zu verbergen wünschet, und eine Scheidewand zwischen Gott und sich empfindet? Wenn aber das Gewissen gereinigt ist: so darf der Mensch zu Gott nahen, bekommt eine Zuversicht zu Ihm, und wird willig, Ihm als einem lieben HErrn und Vater, dessen Huld er empfindet, zu dienen. Auch macht die Reinigung des Gewissens durch das Blut Jesu Christi dem beständigen Einfluss und Zufluss des göttlichen Lichts und der göttlichen Kraft Raum, es wird dadurch eine bleibende Gemeinschaft mit Gott dem Vater und Seinem Sohn Jesu Christo angerichtet, das Evangelium und das gläubige Herz schicken sich zusammen, und so wird ein williger und beständiger Dienst, den der Mensch dem lebendigen Gott leistet, und dessen ihn bei gutem Verstand nie reuen kann, angerichtet. Gelobt sei Gott, der uns die Rechte des Neuen Testaments genießen lässt, welches nicht mehr Schatten zukünftiger Güter, sondern das Wesen der Güter selbst hat! (Hebr. 10,1.) Wir werden also nicht mehr mit dem Blut der Ochsen und der Kälber, und auch nicht mit der Asche von der roten Kuh, welche die Stelle des Blutes vertrat, besprengt, um zu der leiblichen Erscheinung in der Stiftshütte tüchtig zu werden. Das Blut des Sohnes Gottes hat eine viel größere Kraft. (Magnus Friedrich Roos)
**Wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den Heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. **
Unser Hohepriester opferte sich selbst und ward sogar an unsrer statt ein Fluch, damit er uns den Segen erwürbe. Er ist nun der Weg. Nie, nie müssen wir den Grund der Hoffnung, des Segens teilhaftig zu werden, in uns selbst, sei es in unserm Wohlverhalten, sei es selbst in unserm Glauben oder in unserer Liebe suchen und darin setzen, oder wir bauen neben dem Fundament. Wir müssen uns wohl und tief einprägen, dass unsere ganze Seligkeit stehe in dem einigen Opfer Jesu Christi, einmal am Kreuz geschehen. Verklärt uns dies der Heilige Geist, so werden wir auch durch denselben stets einen Zugang zu diesem Segen haben können, vor welchem uns sonst das Gefühl unserer stets währenden Unwürdigkeit zurückschreckt. An jenem großen Tage, da der Sohn Gottes unter dem Triumphgeschrei: es ist vollbracht! verschied, da geschah unsere Versöhnung. Da wurden wir so wir's im Glauben annehmen können gereinigt von allen Sünden. Da ist Grundes genug und überflüssig, allen Segen mit völliger Zuversicht zu erwarten, und wir werden es tun, wir, so es verstehen. Er hat uns versöhnt, dass uns Gott seine Huld gönnt. (Gottfried Daniel Krummacher)