Hebräer 12,5
Andachten
Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn, und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er; er stäupt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind.
Gott weiß und erkennt, was in unsern Herzen verborgen ist, und wie verdorben unsre Natur ist; darum straft er uns gnädig und väterlich, und zuletzt, wenn die Strafe aufhört, offenbart er sich uns und sagt: Ich bin dein Gott, der ich dich liebe und freundlich umfasse; ich habe es herzlich und freundlich gemeint. Da werden denn die Seelen wiederum allgemach aufgerichtet, und können sich alsdann mit der Gnade und Freundlichkeit Gottes trösten. Und das ist der Gottseligen Trost in diesem Leben. wie wird aber ihre Freude an jenem Tage so groß sein, wenn der Sohn Gottes erscheinen und sagen wird: Siehe, ich bin dein Heiland und Erlöser, welchen du beschuldigt hast, als sollte ich nach meiner Kirche und Gemeinde nichts fragen, und deren keine Acht haben, gleich als ob ich kein Gott wäre, und sorgt auch für euch nicht. Siehe, hier bin ich. Darum aber habe ich dich gezüchtigt, auf dass deine Sünde geläutert und ausgefegt würde, und dass du mich für deinen Gott und Heiland erkennen solltest. (Luther.)