Hebräer 10,37
Andachten
** Nur noch eine ganz kleine Zeit, so wird kommen, der da kommen soll.
Wie traurig! Tausende vertändeln ihre „kleine“ Zeit. Wozu sind wir denn in der Welt? „Schaffet eure Seligkeit mit Furcht und mit Zittern.“ Wir sind in der Welt, damit wir durch Christi Blut gerettete Gotteskinder werden sollen und zu Gottes Ehre leben. So kaufet die Zeit aus! Bald wird keine Zeit mehr sein. Darum seid treu mit der Zeit, die ihr jetzt habt. Die Wartenden sehen, was zu tun ist, und sie wirken, solange es Tag ist. Sie sehen die große Ernte und die nur wenigen Arbeiter; darum sind sie viel im Gebet und immer an der Arbeit. Sie schöpfen täglich aus Jesu Lebensfülle, und es geht von ihnen eine Kraft aus, die sich als Gottes Kraft ausweist. Sie nehmen und geben, bitten und wirken, wandeln im Licht und leuchten; der Herr ist in ihnen, und Er wirkt durch sie. „Der Meister kommt“, sprechen sie, „und wenn Er kommt, soll Er uns an der Arbeit finden.“ Sind sie auch siebzig Jahre alt, so könnten sie für noch siebzig Jahre Arbeit genug vor sich sehen. Die Gnade fließt zu denen, die Gnade nehmen, die Arbeit erschließt sich allen, die treu dem Herrn in Seinem Werke dienen. Wachende Christen arbeiten nach innen an sich selbst und nach außen für den Anbruch und Durchbruch des Reiches Gottes. Die kleine Zeit und das große, herrliche Christuswerk stehen immer vor ihrer liebedurchglühten Seele. Menschen mit geöffneten Augen leben nicht sich selber, nicht dieser „Welt“, nicht der Sünde, nicht der Eitelkeit, sie leben dem Herrn. Ihre Zeit und Kraft und ihr Vermögen gehören Ihm und Seinem Werke. O freuet euch, Jesus kommt wieder! (Markus Hauser)
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**“Noch über eine gar kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll und nicht verziehen.“
Noch „eine kleine Weile“, und der unruhige Traum des Lebens ist vorüber und der Morgen ohne Wolken angebrochen. Noch wenige Stöße auf dem stürmischen See des Lebens, und der Friedenshafen im Himmel ist erreicht. Noch wenige Nachtwachen, und der Herr, der die Liebe ist, wird am himmlischen Ufer stehen, wie einst am Ufer des See Genezareth, und ein ewiges Liebesmahl für seine Kinder in Bereitschaft haben.
Ja, „Er kommt!“ - das ist der Kirche „selige Hoffnung!“
Die Stimme und Gegenwart ihres Freundes wird die Schatten des Todes in lichten Morgen verwandeln. Die Toten, die teuer erkauften, werden Seine Stimme hören, und hervorgehen. Die in Jesu entschlafen sind, wird Gott mit Ihm führen. Sein letzter Ruf wird nicht lauten:
Geht ihr Gesegneten meines Vaters in irgendein herrliches Paradies, wo euch bei den Engeln eine Stätte bereitet ist, sondern: „Kommt und nehmt Teil an meiner Herrlichkeit, an meiner Krone: Gehe ein zu deines Herrn Freude!“ St. Pauli Himmel wird beschrieben in zwei Worten: bei Christo!1)
St. Johannes lässt ihn aus zwei Elementen bestehen: Gleichheit mit Jesu und Gemeinschaft mit Jesu. „Wir werden Ihm gleich sein, werden Ihn sehen wie Er ist.2) In den hohen Anschauungen seiner Offenbarung, als die Tür im Himmel aufgetan ward, war das Erste, welches seinen entzückten Blick fesselte: Einer, der auf dem Stuhl saß, und rund um den Stuhl war ein Regenbogen, gleich anzusehen wie Smaragd.3)
Unsere Glückseligkeit wird nicht eher vollkommen sein, als bis wir zum vollen Anschauen, zum vollen Genuss Jesu Christi gelangt sind. Wir werden in einem Land erzogen, welches von der Burg des Königs weit entlegen ist; aber wir werden nicht eher selig sein, bis wir den König selbst sehen. Jakob empfing einen Reisewagen, voll von Vorräten von Joseph; aber er hatte keine Ruhe bis er seinen Sohn mit eigenen Augen gesehen; durch diese Hoffnung ward des Greises Geist in ihm wieder Lebendig.
Wir empfangen mannigfaltige Beweise der Bundestreue von dem wahrhaftigen Joseph in dem Hause unserer Wallfahrt, aber uns verlangt, sein Antlitz in Gerechtigkeit zu schauen.
Wir werden erst dann satt sein, wenn wir erwachen nach seinem Bilde.4)
Komm! ja komm, Herr Jesu, bald! Er wird nicht verziehen.
Jeder Sonnenaufgang bringt uns der wonnereichen Vollendung näher. Die Zeit eilt mit Riesenschritten seiner herrlichen Zukunft entgegen. Der Sack und die Asche, worin jetzt die Kreatur seufzt, wird bald vertauscht gegen das Kleinod von Licht und Schönheit, womit die Sabbatwelt geschmückt werden soll.
Herrlicher, glücklicher Tag, wenn „der Bogen in erhabenem Sinne in den Wolken erscheinen wird!“ - nicht der Bogen der Verheißung, sondern Er, in dem alle Verheißungen gipfeln und aufhören. „Siehe, Er kommt in den Wolken!“
Seht zu, dass euer Geist allezeit wache! Wie Sisseras Mutter durchs Gitter schaute und lauschte, so müsse auch dein Ohr horchen nach dem Rollen der Räder seines Wagens, damit, wenn das Geschrei erschallt: Siehe, Er kommt! du im Stande seist, fröhlich zu antworten: „Siehe, das ist unser Gott, auf den wir harren! Er wird uns helfen!“5)
„Selig sind die Knechte, welche der Herr, so Er kommt, wachend findet! Wahrlich, ich sage euch, Er wird sich aufschürzen und wird sie zu Tische setzen und hin gehen und ihnen dienen.“6) (John Ross MacDuff)