Galater 5,7
Andachten
Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solches Überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.
Ein schöner Anfang ist etwas Schönes; ein schönes Ende etwas noch Schöneres. Aber man kann im Geist anfangen und im Fleisch vollenden. So ging es einem Teil der Galater. Warum? Sie ließen sich überreden, der Wahrheit nicht zu gehorchen. Sind auch nicht immer Irrlehrer da, so sind doch in einem. unbefestigten Herzen Irrstimmen da, und von denen lässt man sich nur zu oft auf andere Wege bringen. Wenn man angefangen hat Christum kennen zu lernen und in seine Nachfolge einzutreten, so kann es geschehen, dass Stimmen kommen wie diese: Es ist doch eine schwere Sache, ein Christ zu sein! wie ich es auch anfange, meine alte Natur wird immer wieder Meister. Ich bete und es hilft doch nichts; ich strenge mich an und habe nur Mühe und Not; ich laufe und komme doch nicht weiter. Und da verbreitet sich dann ein finstrer Unwille über den Herzensgrund, so wie oft über eine schöne Gegend giftige Dünste. Man möchte dann oft das ganze Leben Gott vor die Füße werfen und, wenn es anginge, ihn anklagen, dass er uns Alles so schwer mache. Und so zieht dieser Empörungsgeist dann wieder in das Weltleben zurück und man hat unendlich mehr Mühe, wieder auf den guten Weg zu kommen, wenn man schon einmal darauf gewesen ist und ihn verlassen hat. So oft uns Stimmen kommen, die uns die Bekehrung allzu schwer machen wollen, lassen wir uns von diesen Stimmen nicht überreden. Richten wir das Ohr von der linken auf die rechte Seite, auch von dort her kommen uns Stimmen und jenen dürfen wir trauen. Was sagen sie uns? Fürchte dich nicht, Ich bin mit dir; weiche nicht, denn Ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Der Herr erhält Alle, die da fallen, und richtet auf Alle, die niedergeschlagen sind. Er ist nahe Allen, die ihn anrufen, Allen, die ihn mit Ernst anrufen. Hätten die Galater diesen Gottesstimmen Gehör gegeben, es wäre nicht so weit mit ihnen gekommen. Alle Worte Gottes sind durchläutert, und sind ein Schild Denen, die auf ihn trauen, aber ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. (Friedrich Lobstein)
Ihr lieft fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen?
Traurig, wenn einer schon einen schönen Anfang in der Heiligung machte und dann aufhört, dass er sich wieder zum geistlichen Müßiggange schickt. Was bewegt dazu? Es kommt von außen und von Innen. Wenn das Herz noch nicht befestigt ist, so hört es leicht auf die Irrstimmen und lässt sich davon aufhalten. Da kommen solche Stimmen: „Es ist doch eine zu schwere Sache, ein Christ zu sein.“ „Ich bete und es hilft doch nichts.“ „Ich komme nicht vorwärts, trotz aller Mühe und Anstrengung.“ Wenn nun einer diesen Stimmen Naum gibt, so kommt wohl bald ein finsterer Unwille, welcher sich des Herzens bemächtigt und dasselbe zu allem Eifer unfähig macht. Lieber, gib nicht Raum den Stimmen, welche dich aufhalten. Solches Überreden ist nicht von dem, der dich berufen hat. (unbekannt)