1. Korinther 5,8
Andachten
Darum lasst uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit.
Das Osterfest ist für alle da, und der Segen, den es bringt, ist nicht auszusprechen. Den sie verdammt haben als einen Räuber göttlicher Ehre, der ist nun kräftiglich erwiesen als der Sohn Gottes und als der HErr über alles, in der Klarheit Seines Vaters kommt Er aus dem Grabe hervor und spricht: Friede sei mit euch! Uns verdammt keine Sünde mehr, denn das Opfer für unsere Sünde ist vollbracht, uns schrecket kein Tod mehr, denn der Stachel ist ihm genommen, und uns ängstigt keine Hölle mehr, denn der Sieg ist uns gegeben durch unsern HErrn JEsum Christum. Und wenn nun der Apostel uns zuruft: lasst uns Ostern halten, - so möge die Tat die Antwort geben auf diesen Freudenruf, dass wir mit Christo auferstehen und in einem neuen Leben wandeln. Darum hinweg mit allem Sauerteige der Bosheit, auch mit dem Sauerteige der Schalkheit, dass wir unsere Sünde nicht vor unserm Gewissen verbergen, oder mit einem feineren Namen, oder mit unserer Schwachheit, oder mit den Umständen und Verhältnissen zudecken, damit das Licht nicht auf sie falle; dass wir sie nicht mit fremder Sünde entschuldigen, und unsere Rechtfertigung von denen holen, die es ebenso und noch ärger treiben, wie wir; vornämlich aber, dass wir unsere Werke nicht vor Gott verbergen, indem wir sie nicht nach Gottes Worte urteilen und richten, sondern nach dem Urteile der Welt und den Geboten der fleischlichen, irdischen Weisheit. Nein lasst uns Ostern halten in Lauterkeit und Wahrheit und nicht den Glauben vorwenden, sondern seine Werke tun, nicht von Liebe reden, sondern Liebe üben, nicht uns Christen nennen, sondern Christen sein, dass wir in unserm ganzen Wesen und Wandel dastehen als lebendige Zeugen unseres HErrn und als tägliche Streiter, deren Vaterland droben ist, da Christus ist.
Hochgelobt seist Du, Gott unser Vater, dass Du Deinen Sohn von den Toten auferweckt, mit Preis und Ehre gekrönt, und zu Deiner Rechten im Himmel gesetzt hast, damit Er das lebendige Haupt und der Herr Seiner Gemeinde sei ewig. Von Herzen preisen wir Deine große Liebe; denn da wir tot waren in Sünden, hast Du uns samt Christo lebendig gemacht und in das himmlische Wesen versetzt. Gib, dass wir nun auch nicht mehr uns selber leben, sondern einzig dem, der für uns gestorben und auferstanden ist. Amen.(Hermann Haccius)