1. Korinther 1,23
Andachten
Wir aber predigen den gekreuzigten Christ, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit, denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit.
Dem Auge der Vernunft ist das Kreuz der Inbegriff des Leidens und die tiefste Tiefe der Schmach. Jesus stirbt den Tod eines Missetäters. Die Erde stößt ihn von sich und hebt ihn über ihre Oberfläche empor, der Himmel gönnt ihm kein Licht, sondern verfinstert die Mittagssonne in der Stunde seiner Todesnot. Der Welt wird das Kreuz immer das Bild der Schmach bleiben, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. Wie anders aber ist der Anblick, den es dem Auge des Glaubens bietet! Der Glaube sieht in dem Kreuz keine Schmach, außer der Schmach der Sünde, die den Heiland daran genagelt hat; der Glaube sieht keinen Grund zum Spott, sondern er verachtet die Wächter. Der Glaube sieht zwar einen sterbenden Heiland, aber er sieht ihn auch, wie er Leben und unvergängliches Wesen ans Licht bringt, in dem Augenblick, wo die Todesschatten sich über seine Seele breiten. Dem Glauben ist das Kreuz nicht das Zeichen der Schmach, sondern das Sinnbild der Unsterblichkeit. Die Söhne Belials ziehen das Kreuz in den Staub, aber dem Christen erscheint es als leuchtendes Sternbild am Himmel. (Charles Haddon Spurgeon)