Römer 8,16
Andachten
** Ebendieser Geist gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
Lehrer stellen Zeugnisse aus. Der Heilige Geist ist auch ein Lehrer. Er lebt in denen, die abgewaschen sind, und gibt ihnen nach treuer Bewährung auch ein gutes Zeugnis. Wer das erlebt, kann von innigem Glück reden. Aus dem Zeugnis des Geistes fließt dann die tiefe Gewissheit der Gotteskindschaft. Ohne dieses Zeugnis sind wir stets im Nebel, in großer Unklarheit. Ein gutes Zeugnis aber bringt viel Freude. Wir können das an den Kindern beobachten. Wie vergnügt sind sie, wenn der Lehrer ihnen ein gutes Zeugnis ausgestellt hat! Auch wir sind sehr glücklich, wenn wir von Gottes Geist das Zeugnis der Kindschaft empfangen haben. Es ist mir gewiss, dass jeder das Zeugnis erhält, der Jesus im Glauben annimmt; erzwingen kann es niemand. Mangelt dir das Zeugnis, so blicke auf Christi Kreuz und versenke dich in das Evangelium. Bitte um Erleuchtung durch den himmlischen Gott, dann bleibt das Zeugnis nicht aus. Denn wer da bittet, dem wird auch gegeben werden. Hier gilt das Wort: Den Aufrichtigen lässt es Gott gelingen. - Warum geht es so schwer, den Fehler bei sich selbst zu suchen? - Das ist nicht immer leicht zu sagen. Viele bleiben in einem gesetzlichen Streben wie einst Saulus. Aber nur die Gnade schenkt uns die Freude der Gotteskindschaft. Der Herr schenke uns Gnade, Ihn zu verstehen in Seinen Liebesabsichten. Jedem Berufenen muss der Heilsweg klar gezeigt werden. Auch du darfst nicht ruhen, bis du den Weg des Lebens erkannt hast, und dann wandle ihn mit Freuden. (Markus Hauser)
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**Der Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
Ein Christ soll eine Gewissheit von Seinem Gnadenstand erlangen, damit er nicht immer fürchten müsse, es gehe ihm, wie Salomo Spr. 14,12. 16,2. und Paulus Gal. 6,3. sagt. Wie erlangt man diese Gewissheit? Erstlich werden wir durchs Gesetz, wenn es kommt (Röm. 7,9.), oder mit einer tötenden Kraft und mit der Zuneigung seines verdammenden Urteils auf uns selbst in unsere Seele eindringt, vergewissert, dass wir mit unsern Werken unter dem Fluch liegen, und gleichsam am Rand der Hölle stehen, in welche wir geworfen werden könnten. Nehmen wir diese Überzeugung geduldig an, und werden wir dabei durch die Kraft des Evangeliums an Christum, welcher des Gesetzes Ende ist, gläubig, so entsteht nach und nach eine andere Gewissheit in uns, nämlich diejenige, auf welche Paulus deutete, da er sagte: der ** (kindliche) **Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Er setzt also voraus, das wir eine neue Natur von Gott empfangen haben, und nennt diese neue Natur unsern Geist, s. Joh. 3,6. Niemand kann also vergewissert werden, dass er ein Kind Gottes sei, außer wer wiedergeboren ist, und Niemand ist auch ein Kind Gottes als ein Wiedergeborener. In diesem aber zeugt der Geist oder die wiedergeborene Seele nach ihrem von Gott empfangenen Licht von der Kindschaft Gottes, weil er durch die Aufmerksamkeit auf dasjenige, was Gott in ihm schon gewirkt hat und täglich wirkt, und durch die Vergleichung seines Zustandes mit dem Wort Gottes den richtigen Schluss machen kann, dass er ein Kind Gottes sei. Aber der kindliche Geist, durch welchen man Abba, Vater ruft, der Geist des Vaters und des Sohnes, der Tröster oder Beistand, welchen der Vater in Jesu Namen sendet, zeugt auch mit dem Geist des Menschen von der Kindschaft Gottes, indem Er seinem Herzen manch’ süßes Trostwort zuspricht, ihn die Liebe Gottes deutlich empfinden lässt, und ihn zuweilen durch Kräfte der zukünftigen Welt erquickt. Dieses Zeugnis des Heiligen Geistes hat in sich selbst eine solche Klarheit, und unterscheidet sich durch seine göttliche Kraft und Lieblichkeit, die man empfinden kann, so deutlich von Allem, was die Natur tut, dass der Mensch nicht zweifeln kann, es sei ein Zeugnis des ewigen und göttlichen Geistes, da man hingegen die Kennzeichen desselben der Welt, die Ihn nicht kennt (Joh. 14,17.) nicht begreiflich machen kann. Übrigens wäre es seltsam, wenn man erwarten wollte, dass das Zeugnis unseres Geistes, und das Zeugnis des Heiligen Geistes, welcher jenes bekräftigt, an Einem fort währen sollte. Der Heilige Geist zeugt, wann Er will, und insonderheit alsdann, wenn Furcht und Zweifel, Angst und Schmerzen vorhanden sind. Hernach glaubt man an Einem fort, und dieser Glaube wird wieder durch Sein Zeugnis gestärkt, wenn es Ihm gefällt: bis er ins Schauen verwandelt wird. Johannes schrieb an wiedergeborene Christen mit einer innigen Freude 1 Joh. 3,1.2.3.: seht, welch’ eine Liebe hat uns der Vater erzeigt, dass wir Gottes Kinder sollen heißen. Darum kennt euch die Welt nicht, denn sie kennt Ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden: wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, dass wir Ihm gleich sein werden; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist. Und ein Jeglicher, der solche Hoffnung hat zu Ihm, der reiniget sich, gleichwie Er auch rein ist. (Magnus Friedrich Roos)
—-Der Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi.
Wenn ein Mensch wiedergeboren wird, so wird er ein geistlicher Mensch, das ist, er bekommt eine neue Natur, welche Gott ähnlich ist, und ein neues Leben, welches dem Leben des auferstandenen HErrn Jesu ähnlich ist. Diesen Geist des Menschen gelüstet wider das Fleisch, oder wider die in der Natur des Menschen noch übrige Verderbnis, und das Fleisch wider den Geist; diese zwei sind wider einander: wiewohl doch der Geist regieren soll, Gal. 5,17.18. Nach diesem Geist, oder nach diesem von Gott geschenkten Licht und Leben kann ein Christ sich selber das Zeugnis geben, dass er ein Kind Gottes sei, wenn er sich nämlich dem Wort Gottes aufrichtig prüft, und sich dessen bewusst ist, was das Wort Gottes von der Wiedergeburt, von dem Hass des Bösen, von der Liebe Gottes und des Nächsten, vom Trieb des Heiligen Geistes, vom Glauben und von dem Fortgang in der Heiligung als von Kennzeichen der Kindschaft Gottes lehrt. Dieses Zeugnis aber, welches der Christ sich selbst durch den Geist gibt, wird je und je von dem Geist Gottes durch kräftige Empfindungen der Liebe Gottes, oder durch eine kräftige Zueignung dieses oder jenes evangelischen Spruches bestätigt, und dieses ist der Fall, da der Geist Gottes mit unserem Geist zeugt, dass wir Gottes Kinder seien. Es ist unmöglich, dass man dieses Zeugnis des Geistes Gottes an Einem fort spüre; denn Er hat uns noch mehr zu sagen und zu entdecken, als nur die Wahrheit, dass wir Gottes Kinder seien. Er hat uns auch zu bestrafen, Er hat uns zu unterweisen, wie wir wandeln sollen, Er hat uns zu entdecken, was der Wille Gottes in vorkommenden Fällen sei, Er hat uns überhaupt in alle Wahrheit zu leiten. Auch ruht Er zuweilen gleichsam, und hält inne mit Seinen kräftigen Wirkungen, bis wieder etwas vorkommt, welches sie notwendig macht; und dieses ist der Fall, da man ohne Fühlen trauen muss. Zu geschweigen, dass auch der Satan die Seele unter der Zulassung Gottes mit Finsternis und schreckhaften oder andern scheußlichen Bildern bestürmen kann. Wenn wir aber wahrhaftig Gottes Kinder sind, und Solches aus dem Zeugnis unseres Geistes und des Heiligen Geistes wissen, so dürfen wir den Schluss machen, dass wir auch Erben seien, nämlich Gottes Erben. Welche’ ein Ausdruck ist das! Ein Erbe Gottes sein, Seine Ruhe, Seine Freude, Sein Reich erben! Und Miterben Christi. Welch’ eine Herrlichkeit ist das! Christus hat als der Erstgeborne unter vielen Brüdern von dem Vater Alles empfangen oder geerbt; nun sagt aber der Vater zu einem jeden unter diesen vielen Brüdern: Alles, was Mein ist, das ist dein, Luk. 15,31., und da Er dem Johannes den neuen Himmel, die neue Erde und das neue Jerusalem gezeigt hatte, so tut Er den Ausspruch: wer überwindet, soll dieses ererben, und Ich werde sein Vater sein, und er wird Mein Sohn sein, Off. Joh. 21,7. Wer sollte nicht allen Fleiß anwenden, ein Kind Gottes zu werden und zu bleiben! Wer sollte sich über einen zeitlichen Mangel kränken, wenn er Hoffnung hat, ein Erbe Gottes und Miterbe Christi zu werden, und ewiglich zu bleiben! (Magnus Friedrich Roos)
Derselbige Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
Aber, möchte vielleicht Einer oder der Andere unter euch antworten: Solches alles weiß ich wohl, ich kämpfe auch schon lange um diese selige Gewissheit: aber noch ist es mir nicht gelungen, zu ihr hindurchzudringen; ich wünschte zwar, mich ganz und ungezweifelt dem HErrn Jesu Christo in die Arme zu werfen, aber ich vermag es noch nicht; es scheint eben Alles an mir verloren zu fein, ich bin leer vom Gefühl der Gnade Gottes, leer von der Gewissheit seines ewigen Erbarmens, leer von Liebe zu ihm, entblättert von den Früchten der Gerechtigkeit und wert, als eine unnütze, dürre Rebe ins Feuer geworfen zu werden. Liebe Seele, für dich, die du also sprichst, habe ich ein Evangelium, ein Wort, das dich erquicken soll. Den zerschlagenen und demütigen Geistern ist Heil bereitet; gerade denen, die da arm sind und elend und in sich verzagen, und alle Hoffnung aufgeben, dass noch etwas werden könne aus ihnen zum Lobe der herrlichen Gnade Gottes, gerade denen gilt das Wort der ewigen Liebe: „O, lass dir an meiner Gnade genügen!“ Du sprichst in deinem Herzen; dieses Wort gilt freilich, aber es gilt einem Apostel Paulus, aber nicht mir, einer so elenden, jämmerlichen und unwürdigen Kreatur. Nein, sage ich, dir, dir elenden und unwerten Kreatur gilt das Wort: „lass dir an seiner Gnade genügen;“ denn wenn sie nicht für Unwürdige und Unwerte, wenn sie nicht für Leute bestimmt wäre, in deren Zahl du hineingehörst, so würde Gnade nicht mehr Gnade sein. Blicke weg von Würdigkeit oder Unwürdigkeit, und schaue an die freie Gnade, die sich an den Unwürdigsten und Elendesten, an den Ärmsten und Sündigsten offenbaren und verherrlichen will. Dies lass dir einen starken Trost sein; dies halte dem Satan entgegen, wenn er dich plagt und mit Fäusten schlägt. (Ludwig Hofacker)
**Derselbige Geist gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. **
Der Heilige Geist tröstet die zerschlagenen Herzen, indem er ihnen den Glauben schenkt, das Evangelium auf sich zu deuten, ihr Jawort, ihr Amen dazu zu sagen, - zu versiegeln, dass Gott wahrhaftig ist, zu bekennen: Mir auch ist sein Sohn gegeben, durch den Glauben ist er mein! - zu schworen: In dem Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke! So wird ihr Weg bis zu dem Herzen Gottes gebahnt, um mit Freimütigkeit zu dem Gnadenthrone hinzuzutreten, sich da Vergebung der Sünden und alles, was sie bedarf, zu holen. Ach, wie wird alsdann das Joch ihrer Last und die Rute ihrer Schultern und der Stecken ihres Treibers zerbrochen! So wird man stille, so hat man Ruhe, so erquickt man die Müden. O, ein seliger Stand, oder wenigstens, wenn es noch nicht zum bleibenden, befestigten Stand geworden ist, o, seliger Genuss, Vorschmack des Himmels, Ruhen des wiedergefundenen Schafes auf den Schultern des guten Hirten, von seiner starken Hand gehalten! Wer will nun noch anklagen? Welche Sünde darf nun noch herrschen? Welcher Feind noch siegen? Überwinden wir denn nicht weit in Allem? Wodurch denn? Durch den, der uns geliebt hat. (Gottfried Daniel Krummacher)