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Römer 8,13

Römer 8,13

Andachten

Wenn ihr mit dem Geiste die Werke des Fleisches tötet, so werdet ihr leben. **
Der Leib hat die Bestimmung, ein Tempel Gottes zu sein. Auch im verderbten, gefallenen Zustande soll er zu Ehren kommen. Seine Erlösung vollzieht sich stufenweise. Zuerst soll er Gefäß des Geistes werden, dann will ihn der Herr in der Auferstehung lebendig, geistdurchwohnt machen. Er soll am ewigen Leben vollen Anteil haben. Erst in der Auferstehung vollzieht sich die Wiedergeburt des Leibes. Christen dürfen es nie aus dem Auge verlieren, dass dem Leibe eine große Bedeutung zukommt. An Seligkeit ist nicht zu denken, wenn der Leib, missbraucht und ruiniert durch Sünde, ohne Erlösungsgnade dem Schoße der Erde übergeben wird. Wenn Essen, Trinken, Wohlleben, irdischer Gewinn unser Leben war, leidet die Seele Pein, während ihr missbrauchtes Organ und Werkzeug im Grabe liegt. Die Zukunft des Leibes muss uns wichtig sein, halte ihn Tag für Tag heilig dem Herrn. Auch an unserem Leibe will die Gnade ihr Werk vollenden. „Wie die Saat, so die Ernte“, bedenke es wohl! Wir müssen täglich unseren Leib seiner Auferstehung, seiner Verherrlichung entgegenführen. Hierfür sind die Kräfte vorhanden; der gekreuzigte und auferstandene Christus gibt Seinen Gliedern Seinen Leib und Sein Blut zu genießen, in Seinem Mahle finden wir Leben für unseren Leib. Wie gehst du um mit der Leiblichkeit? Missbrauche deinen Leib, dein Geld, dein Gut nicht! Wir sind verantwortlich. Wer sündigt, der hat die Folgen immerwährend, hier und dort zu tragen! Erlöste des Herrn, lasset uns der Vollendung entgegenstreben; die Gnade macht alle frei! (Markus Hauser) —- **Wo ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.

Auch in den gläubigen Christen, auch in den Kindern Gottes ist das Fleisch, die Neigung und Lust zum Bösen, noch nicht gänzlich ausgerottet. Ist auch seine Macht gebrochen, kann es uns auch nicht mehr widerstandslos zwingen, so sucht es doch seine verlorene Herrschaft wieder zu erobern und uns aufs Neue in seine Fesseln zu schlagen. Da gilt es nun durch den Geist des Fleisches Geschäfte zu töten. Das ist die große Lebensaufgabe, die uns gestellt, der schwere Kampf, in den täglich zu laufen uns verordnet ist. Da heißt es jeden argen Gedanken, der sich in unsere Seele einnisten will, abzuwehren, jede böse Lust, die in uns aufsteigt, zu ersticken, jede unreine Begierde, jede ungöttliche Neigung aus dem Herzen auszureißen und alles sündliche. Wesen mit Stumpf und Stiel ausrotten. Weißt du denn etwas von diesem Kampfe? Suchst du mit allem Ernst und Fleiß jedes Fünklein der Sünde, das in deinem Herzen glimmt, sofort zu ersticken, oder wartest du, bis das ganze Haus in Flammen steht, ehe du ans Löschen denkst! Hältst du erst das für Sünde und kämpfst du erst alsdann gegen die Sünde, wenn sie in offenbarer, grober Tat zum Ausbruch gekommen ist, während du ihr feines Gift in deinem Herzen ganz ungestört sich ausbreiten lässt? Es ist in der Tat ein gar schwerer Kampf, dieser Kampf wider die Sünde, denn es gilt da bis aufs Blut zu widerstehen, es gilt da das Wort des Herrn vom Handabhauen und Augenausreißen zu erfüllen, es gilt die äußerste Selbstverleugnung zu üben. Es ist das ja ein Kampf auf Leben und Tod. Denn töten wir nicht unser Fleisch, so tötet das Fleisch uns. Wo wir nach dem Fleisch leben, so werden wir sterben müssen, und nur wo wir durch den Geist des Fleisches Geschäfte töten, werden wir leben. Merke wohl: durch den Geist. Sollten wir diesen Kampf aus eigener Kraft führen, so wäre er für uns nicht bloß schwer sondern geradezu unmöglich. Denn aus eigener Kraft können wir unser Fleisch nicht besiegen, noch viel weniger töten. Aber durch den Geist, d. i. durch die Kraft des Heiligen Geistes können wir es. Und den heiligen Geist können wir alle haben, denn Gott hat es verheißen, dass er ihn denen geben wolle, die ihn darum bitten. Daher hast du keine Entschuldigung, dass du etwa sprechen könntest: Ich kann nicht leisten, was von mir gefordert wird, ich bin zu schwach dazu.„ Es ist dir der Weg gezeigt, wo du dir die nötige Kraft holen kannst; versäumst du es, so ist es lediglich deine Schuld. Ja, in der Kraft des Heiligen Geistes, aber auch nur so ist es uns möglich diesen Kampf also zu führen, dass wenn wir auch noch straucheln und fallen, doch das Fleisch nicht wieder die Oberhand in uns gewinnt, sondern je länger je mehr ertötet wird. Gott helfe uns zu immer völligerem Sieg! (unbekannt)


Denn wo ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.
Die traurigsten Verheerungen der Sünde sind die, welche die Fleischeslust anrichtet. Leib und Seele werden dadurch in ihren innersten Keimen zerstört und eine tiefe Traurigkeit überzieht dann das ganze Leben. Wer nach dem Fleisch lebt, ist sein eigener Mörder; ehe er ins Grab sinkt, hat er schon sterben müssen; das Sterben, von dem Paulus redet, ist die völlige Scheidung aus der Gemeinschaft mit Gott. Was dann noch übrig bleibt, sind nur die Knochen des Lebens, aber nicht das Leben selbst. Nirgends hat man mehr zu wachen, als wenn die ersten Regungen der Fleischeslust sich ankündigen. Wer sich da gleich recht ins Gebet wirft, der erspart sich viele Tränen. Man trete der Schlange auf den Kopf, sonst hat man es bald mit einem ganzen Nest von Schlangen zu tun. In der Welt ist freilich Alles erlaubt, so lang' es noch nicht zu offenen groben Ausbrüchen gekommen ist. Aber wenn das Feuer endlich zum Dachstuhl hinaus schlägt, ist es dann erst Zeit zum Löschen? Nicht die Ausbrüche der Sünde, sondern die Wurzeln der Sünde machen eigentlich die Sünde aus. So lang' man die Wurzel duldet, so bricht dieselbe Sünde bei tausend andern Gelegenheiten wieder hervor, und es nützt nichts, einen Ausbruch verhindert zu haben. Man bedenke bei Allem, was man tut, die Folgen. Wenn die böse Lust reizt und lockt, so sage man sich gleich: Wie wird mir morgen zu Mut sein, wenn ich mich heute der Sünde hingebe? Wer auf das Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Es ist schwer, aber es ist möglich, ja, durch Jesu Kraft ist es leicht, das Fleisch zu kreuzigen mit seinen Lüsten und Begierden. Der Herr lässt uns fühlen, was wir bei ihm haben können, und wie viel reiner und dauerhafter die Freuden sind, mit welchen Er das Herz erfüllt. So wir durch den Geist des Fleisches Geschäfte töten, so werden wir leben. Der Geist Gottes hat eine viel größere Kraft, als die Fleischeslust, aber man muss dem Geist Gottes erlauben, seinen Stachel eindringen zu lassen. in die Reize und Geschäfte des Fleisches. Man fliehe die Gelegenheiten, hüte sich vor dem Spaßmachen mit der Sünde, wie auch vor den Gefahren der Einbildungskraft; wie der Satan sich regt, regt sich auch die Zucht des Heiligen Geistes; der gebe man Gehör, werfe sich gleich in Jesu Arme, beschäftige sich ernstlich, um dadurch die schlüpfrigen Bilder loszuwerden; und wie der erste Sieg gewonnen wird, ist auch der zweite schon leichter, und je treuer man so fortfährt, desto überschwänglicher wird auch der Frieden des Herrn. (Friedrich Lobstein)


Wo ihr nach dem Fleische lebt, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn, welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
Sterben müssen alle Menschen. Etliche aber sterben zweimal, und die werden ewig leben. Andere sterben nur einmal, und die werden ewig sterben. Stirbst du hier auf Erden geistlich, bevor dich der leibliche Tod hinwegrafft, d. h. stirbst du durch den Geist Gottes dem Fleische, in welchem nichts Gutes wohnt, ab, so macht dich derselbe Geist lebendig in Gott, und dein leiblicher Tod ist nur die Abstreifung einer Hülle, welche keine entsprechende Behausung mehr ist für deinen geheiligten Geist. Wo aber die Heilige Schrift vom Fleische im Gegensatz zum Geiste redet, da versteht sie unter demselben nicht bloß den Leib, sondern die ganze von der Sünde verderbte Natur des Menschen, wie aus den Worten Pauli hervorgeht: „Offenbar sind die Werke des Fleisches als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen.“ Diese Werke, als des Fleisches Geschäfte, sind nichts anders, als die Wirkungen des geistlichen Todes, der durch die Sünde unser Wesen eingenommen hat. Wer in ihnen verharrt, der bleibt im Tode, d. i. in der Trennung von dem heiligen Gott, welcher die Quelle alles Lebens und aller Seligkeit ist. So lange der Leib noch lebt, welcher das Werkzeug der fleischlichen Seele ist, und die letztere also ihre sündlichen Lüste durch ihn noch befriedigen kann, so lange empfindet sie auch durch die Zerstreuung und die zeitliche Ergötzung der Sünde noch nicht ganz ihre entsetzliche innere Leere und den Fluch, der bei ihrer Gottentfremdung auf ihr ruht. Aber hat das Werkzeug seinen gerechten Lohn im zeitlichen Tode empfangen, und ist ein Raub der Würmer und der Verwesung geworden, so gähnt sie der Tod in seiner ganzen Grässlichkeit an, und es bleibt ihr in ihrer völligen Abgeschiedenheit von dem Reiche des Lichts und des Lebens nichts übrig, als in dem Schatten des ewigen Todes ein unaufhörliches, grauenhaftes Sterben. Denn die Seele hatte es versäumt, vor dem Sterben schon zu sterben, d. h. bei Leibes Leben dem Fleische und der Sünde abzusterben; dafür muss sie nun ewig sterben. Tötest du aber, kraft des Geistes Gottes, der dir zugänglich ist im Worte Gottes und in den Sakramenten, des Fleisches Geschäfte, so verschlingt das göttliche Leben, das in dich einströmt, deinen Tod vor dem Tode, und du wirst innerlich lebendig. Denn Gottes Geist bringt dich wieder in Gemeinschaft mit Gott, aus welchem du Leben und Seligkeit ziehest, und dann kann von dir nur noch sterben, was sündlich ist, nämlich dein Leib; aber über deine, mit göttlichem Licht und göttlichem Leben erfüllte Seele hat der Tod keine Macht, sie geht im Tode aus dem Leibe, als aus einem Kerker, ein in das Reich des Lichtes und des Lebens und weilet daselbst in ewiger Wonne an den Stufen des Thrones Gottes, welcher sie mit seinem Wesen fortwährend speist und in welchem sie fortwährend selig wächst. Aber merke wohl auf den Geist, welcher dich treibt, denn nur, welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Du erreichst zwar hienieden nicht das Ziel einer vollendeten Heiligung, aber im redlichen Kampfe musst du stehen, der treibenden Kraft des göttlichen Geistes musst du folgen, dann kann dir der Sieg nicht fehlen und die Krone der Überwinder ist dein ewiger Lohn. Gott aber des Friedens heilige uns durch und durch, und unser Geist ganz samt der Seele und dem Leibe müsse behalten werden unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. Getreu ist, der uns ruft, welcher wird es auch tun. (Anton Camillo Bertoldy)

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