Römer 5,8
Andachten
Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. - Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, vielmehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind.
Wie könnten wir die Liebe mehr preisen, als sie sich selbst gepriesen und verherrlichet hat, da sie für ihre Feinde und für Sünder starb! Die ewig Preiswürdige! wird sie uns nun verderben und sterben lassen, nachdem wir sie erkannt, geglaubt, aufgenommen und im Herzen wohnend haben?! Welch ein Pfand unserer künftigen Seligkeit und des ewigen Lebens hat sie uns gegeben! Ich möchte sagen, das Pfand, das wir schon haben, ist größer, oder ist dasselbe, was wir als verpfändet hoffen. Die Liebe ist unser Pfand und ist unsre Hoffnung, unser ewiges Leben - hier im Vorgeschmacke, und dort im vollen Genuss unser, ewig unser. Hat Gott uns gesucht und gefunden, da wir von ihm flohen; wird er uns wohl fliehen und wegstoßen, da wir ihn suchen und finden? Hat Gott unsre Versöhnung zu Stande gebracht, obwohl sie den Tod und das Blut seines Sohnes kostete; soll er uns wieder wegwerfen, und nicht vielmehr selig machen, da unsre Beseligung das Leben und die Ehre seines Sohnes mehr verherrlichen und erhöhen wird? Hat er uns als Feinden Gutes getan, wird er uns als Freunden Böses vergelten? Da wir die Sünde liebten und dem Satan dienten, starb er für uns; sollte er uns jetzt töten und verderben, da wir ihn lieben und ihm dienen? Wenn er die bis in den Tod liebte, die ihn hassten, wie wird er die lieben, die ihn lieben? - Darum lasst uns nicht mehr weggehen vom Kreuze Jesu, um die preiswürdige Liebe Gottes in ihrer ganzen Größe und Herrlichkeit erkennen und lieben, auf sie hoffen und vertrauen zu lernen! (Johannes Evangelista Gossner)
Darum preist Gott seine Liebe gegen uns, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir je vielmehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht geworden sind. Denn so wir Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, vielmehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnt sind.
Herr und Gott, liebreicher Vater! Dein heiliger Apostel predigt uns also mit hohen Worten deine große Liebe gegen uns und lehrt sie uns darin suchen und finden, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. Das gibt uns den gewissen Trost, dass wir umso weniger von dir verlassen, von dir als im Zorne über uns verstoßen werden können, nun wir nicht mehr Sünder, sondern durch das Blut und durch den Tod deines Sohnes dir versöhnt sind. Ja wir sind dir versöhnt. Das Blut deines Sohnes hast du es dich kosten lassen. Der ist für unsere Sünde dahin gegeben und für uns gestorben am Kreuze, da wir noch deine Feinde waren und um unserer Übertretungen willen deinen Zorn verdienten. Du hättest uns verwerfen können und ewig von dir verstoßen; aber deine Liebe vermochte solches nicht, deine Liebe gedachte viel mehr uns zu retten und selig zu machen. Wer kann sie ermessen die Höhe, wer kann sie ergründen die Tiefe dieser deiner Liebe! Sünder, mit dem Fluche beladen, nicht bloß nicht überlassen ihrem Verderben, sondern ihnen nachgehen und sie zu sich ziehen, für sie das Größte opfern und das Schwerste tun, das war, das ist noch heute dein göttliches Lieben. Wer nun noch Mutwillens sündigen wollte, dem müsste es ein völlig Fremdes und Unbekanntes sein. Dein göttliches Lieben bricht uns das Herz, dass auch der letzte Rest unserer Feindschaft gegen dich daraus entweichen muss. Dazu gibt es uns den seligsten Trost, der alle Traurigkeit unseres Lebens in Freude verwandelt und Seligkeit. Denn das glauben wir und behalten es als ein über alle Bedenken und Zweifel Gewisses fest: Hast du uns gesucht und gefunden, da wir vor dir flohen, so wirst du nicht vor uns fliehen und uns verstoßen, da wir dich suchen und finden. Und hast du uns als Feinden Gutes getan, hast du deinen lieben Sohn für uns sterben lassen, da wir die Sünden liebten und dem Satan dienten; so wirst du uns nicht als Freunden Böses vergelten und uns jetzt töten und verderben, da wir deinen Sohn lieben und dir in ihm dienen. Ach, mache doch diesen seligen Trost in unserem Herzen recht feste und hilf, dass er uns über alles Ungemach der Zeit mächtig erhebe. Nimm uns auch ganz hin in deinen Dienst, dass alles an uns und bei uns ein Zeugnis sei, wie deine Liebe uns dringt. Amen! (Carl Gottlieb Just)