Apostelgeschichte 12,6
Andachten
In derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten; und siehe der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach.
Da Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten?
Matth. 11, 2. 3.
Wir finden hier ein Kind Gottes im Gefängnis, und ob es von der bösen und undankbaren Welt verfolgt, betrübt und zum Tode verwahrt wird, doch ist in einem seligen Zustande. Eine Perle ist eine Perle, ob sie schon aus Unachtsamkeit in den Kot gefallen; es kommt doch endlich eine Hand, die sie aufnimmt; die Rose bleibt die Zierde aller Blumen, ob sie wohl unter Dornen wächst. Also die Kinder Gottes bleiben Gott lieb und angenehm mitten in Trübsal. Ich will auch davon nicht sagen, dass Kreuz und Verfolgung die Gemeinschaft der Gläubigen mit dem Herrn Jesu nicht verhindern kann; sie fertigen an ihn ab aus dem Gefängnis, aus der tiefen Angst Seufzer, Tränen und Gebet, und bekommen wiederum zurück Antwort, Versicherung der Liebe und Gnade. Ein Kind Gottes kann in ein finsteres Gefängnis nicht eingeschlossen werden, dass nicht der Glanz und die Strahlen der Gnade Gottes sollten da hinein fallen; sie können in einen so tiefen Turm und Graben nicht geworfen, oder mit so starken und dicken Mauern nicht verwahrt werden, dass sie von ihrem Jesu und seiner Gnade sollten ausgeschlossen und abgesondert sein. In ihren Nöten und Ängsten ist er ihnen am nächsten. Dies will ich nur sagen: Glückselig sind die Kinder Gottes auch in ihrem Kreuz und Leiden, denn sie haben ein gutes, beruhigtes Gewissen, und ein Herz, so sich mit der Gnade Gottes vergnügt!