Apostelgeschichte 10,42
Andachten
Und Gott hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, dass er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten.
Das ist der ernste Ton, der durch die fröhliche Adventszeit geht: „Gott hat Jesum verordnet zum Richter der Lebendigen und der Toten.“ Wenn er wiederkommt, so bringt er den Seinen, die an ihn glauben, seine Herrlichkeit. Aber ebenso gewiss denen, die der Wahrheit nicht gehorchen, Trübsal und Angst und das ewige Verderben. Noch lässt Gott den Ungläubigen, Gleichgültigen und Gottlosen weiten Raum in der Welt. Manchmal könnte es scheinen, als gebe es keinen gerechten Gott und kein gerechtes Gericht. Das nennt die Schrift die Geduld Gottes (2. Petr. 3, 9), mit welcher er auch die schlimmsten Menschen erträgt; es ist seine anbetungswürdige, göttliche Liebe, mit welcher er auch den Gottlosen und Unbußfertigen Gutes tut (Matth. 5, 45), ob sie nicht Buße tun, und sich zu ihm bekehren möchten (Röm. 2, 4). Und nicht nur die Gottlosen, wir alle bedürfen der Geduld Gottes zur Buße und Besserung. Darum spricht Petrus auch zu solchen, die er seine Brüder nennt: „Die Geduld Gottes achtet für eure Seligkeit“ (2. Petri 3, 15). Gott duldet aber das Böse nur eine Zeitlang, nicht für immer. Das große Ziel aller seiner Geduld ist nicht, dass die alte Welt bleibe, wie sie ist, sondern dass eine neue Welt werde, in welcher nicht mehr Geduld und Langmut, sondern Gerechtigkeit wohnet (Jesaias 65, 17; 2. Petr. 3, 13). Wer nun die Zeit der Geduld nicht benutzt, der wird nicht aufgenommen in die neue Welt der Gerechtigkeit, sondern ausgestoßen in die ewige Finsternis.
Lasst uns beten: Herr, unser Gott, barmherziger, gnädiger Vater! wir danken Dir von Herzen, dass Du Deinen lieben Sohn, Jesum Christum, uns gegeben, und in ihm die Sonne der Gerechtigkeit uns hast aufgehen lassen. Hilf uns, dass wir alle aufstehen vom Schlaf der Sünde, ablegen die Werke der Finsternis, und im Lichte des Lebens wandeln. Heilige und erneuere uns durch Deinen Heiligen Geist, dass wir alle Kräfte unseres Leibes und der Seele Dir ergeben, und durch Wort und Wandel Deinen heiligen Willen preisen. Und wenn unser armes Erdenleben zu seinem Ende kommt, dann lass uns mit allen seligen Überwindern vor Dir anbeten immer und ewig. Amen. (Alfred Meyer)