Johannes 6,66
Andachten
**Von dem an gingen seiner Jünger viel hinter sich und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollten wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. **
Unser Heiland tut die Frage, weil er will, dass wir ihm ganz freiwillig folgen. Man spricht von dem „sanften Gnadenzwang“, aber das ist nur bildlich geredet, denn es kann niemand gegen seinen Willen mit Jesu wandeln. Die, die Christus wahrhaft nachfolgen, tun es nicht gezwungen. Die Gnade hat keine Sklaven. Sie herrscht in einem Reich, dessen Bürger durch den Sohn wahrhaft frei geworden sind. Die Christen werden nicht hinter Christus hergeschleppt, sondern sie folgen ihm gerne, angezogen durch seine Liebe und durch die Macht der Wahrheit, die er verkündigt. Sie dienen fröhlich ihrem Herrn und Meister. Wenn Jesus sagt: „wollt ihr auch weggehen?“ so will er damit wohl sagen: „wenn ihr mir nicht gerne und aus Liebe dient, so könnt ihr gehen.“ Er will nicht, dass sich jemand als Christ bekennt, der nicht gerne ein Christ sein will. Er will nicht, dass jemand das Evangelium predigt, bloß weil er dafür bezahlt wird, oder weil er bei den Frommen sein Ansehen verlöre, wenn er es nicht täte. Er will keine Sklaven um seinen Thron. Der Preis des Gehorsams liegt eben darin, dass er freudig geübt wird. Der Segen des Dienstes Christi ist, dass wir freiwillig, von ganzem Herzen und von ganzer Seele sein Kreuz auf uns nehmen und ihm nachfolgen. Der Zwang der Gnade verträgt sich sehr gut mit der wirklichen Freiheit des erneuerten Willens. Wenn ihr gehen wollt, so geht; aber wenn es euer redlicher Wille ist, bei Jesus zu bleiben, so wird er euch Gnade geben, bei ihm zu verharren bis ans Ende. (Charles Haddon Spurgeon)