Johannes 12,48
Andachten
„Das Wort, das ich geredet habe, wird euch richten am jüngsten Tage.“
Ein schweres Wort, das uns an jedem Morgen zu einem hohen Ernste wecken sollte. Es ist uns gesagt, was recht und gut ist und was der Herr unser Gott von uns fordert. Die Gebote Jesu umfassen viel, verlangen ein bußfertiges Herz, einen regen Geist, eine feste Treue und einen willigen Gehorsam. Es ist eine große Aufgabe, die wir übernehmen, wenn wir in die Gemeinschaft mit dem Herrn treten. Wir sollen Alles verlassen und ihm nachfolgen, sollen vollkommen sein, wie unser Vater im Himmel auch vollkommen ist. Er, der Allerhöchste, ruft uns zu: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr euer Gott.“ 3 Mos. 19, 2. Aber es sind uns auch viele Kräfte gegeben, und wem viel gegeben ward, von dem wird auch viel gefordert. Christus geht uns voran auf dem Wege zum ewigen Leben, spricht uns Mut in die Seele, hebt uns hinweg über Gefahr und Not, hilft die Bürde tragen und den Sieg erkämpfen. Ich will darum mein Gewissen nicht durch die eitle Hoffnung einschläfern, dass der Herr mit uns als schwachen Menschen gelinde umgehen und uns bei aller Sünde aus Gnade seiner Seligkeit teilhaftig machen werde. Nein, ich weiß, Gott lässt seiner Gebote nicht spotten, und was der Mensch sät, das wird er ernten. Gal. 6, 7. Der Höchste hat seinen eingebornen Sohn ins Fleisch, in die Armut des Menschenlebens, in den blutigen Tod gegeben; wir sind teuer erkauft und sollen nicht der Sünde Knechte werden. Darum will ich wachen und beten, damit ich nicht in Anfechtung falle und gegen den Herrn meinen Gott sündige. Sein Gesetz soll wohnen in meinem Herzen und ein Licht sein auf meinen Wegen; es soll mich begleiten zu meinen Geschäften und Sorgen, zu allen Freuden und Leiden, in allen heitern und bangen Stunden; es soll mich wie ein Schutzgeist umschweben bei allen meinen Taten und ein rettender Engel werden bei jeder Versuchung; es soll mich demütig erhalten in guten und wohlgemut in bösen Tagen. So habe ich des Vergelters Spruch nicht zu fürchten. Er sieht mich an in seinem lieben Sohn Jesus Christus und wird mich nicht wegweisen von der heiligen Stätte, die mir der Gnadenreiche erworben hat in seines Vaters Reiche. Ich darf getrost und voll Zuversicht zu ihm aufblicken wie liebe Kinder zu ihrem lieben Vater. (Christian Wilhelm Spieker)