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Lukas 2,11

Lukas 2,11

Andachten

Euch ist heute der Heiland geboren.
Wichtige und fröhliche Botschaft für diejenigen, die das Wort Heiland recht verstehen, und bei sich empfinden, dass sie einen Heiland nötig haben! Euch ist der Heiland geboren, darf man zu allen Menschen sagen, sie seien, wer sie wollen, denn dieser Heiland hat sich für Alle zur Erlösung gegeben, und ist die Versühnung für der ganzen Welt Sünde. Das Evangelium verlangt nicht, dass der Sünder sich selber gefalle, gut von sich selber denke, sein Leben rühme, und die Menge und Größe seiner Sünden verleugne. Halte sich ein jeder Mensch für den größten Sünder; welches er deswegen tun kann, weil dasjenige, was nahe ist, immer größer erscheint, als was in der Ferne ist. Auch darf ein Jeder dafür halten, er sei für sich selbst verloren und verdammt. Dieses Alles sagt die Heilige Schrift auch, ja das Wort Heiland setzt voraus, dass die Menschen in einem tiefen Elend stecken, und sich selber nicht heilen können: nur sollen sie glauben, ja glauben sollen sie, dass ihnen ein Heiland geboren sei. Es ist dieses ein Wort für den Glauben, ja ein Wort, welches traurige und erschrockene Seelen fröhlich machen soll; weswegen auch der Engel zu den Hirten auf dem Felde bei Bethlehem sagte: siehe! ich verkündige euch große Freude. Uns Menschen ist dieser Heiland geboren: nicht den guten Engeln, als welche keinen Heiland nötig haben, aber auch nicht den bösen Engeln, als welche schon durch Ketten der Finsternis gebunden, in einen höllischen Zustand verschlossen und übergeben sind, dass sie zum Gericht behalten werden. 2 Petr. 2,4. Über uns Menschen hatte Gott nach dem Sündenfall kein solches hartes Urteil gefällt. Uns hat Er nicht mit Ketten der Finsternis gebunden, ob wir schon in der Finsternis und im Schatten des Todes sitzen: uns hat Er nicht übergeben, dass wir zum Gericht behalten werden, sondern Er hat uns einen Heiland geboren werden lassen. Ob schon dieser Heiland mit Gott ewig und vor aller Zeit ohne Anfang war, so konnte man doch die Zeit Seiner Geburt von einem Weibe angeben. Es war eine Nacht, und, wie man meint, die Nacht des fünf und zwanzigsten Tages des Christmonats, da Er in einem Stall zu Bethlehem von der Jungfrau Maria geboren wurde, nachdem die Empfängnis vorher ohne Zutun eines Mannes, durch die unmittelbare Wirkung des Heiligen Geistes geschehen war. Im Mutterleibe litt Er schon die Schmach, dass Ihn zuerst der fromme Joseph für ein uneheliches Kind hielt, und deswegen seine Braut, die Maria, heimlich verlassen wollte; wiewohl er bald durch einen Engel zurecht gewiesen wurde. Zur rechten Stunde nun wurde der Heiland der Menschen als ein Menschenkind geboren, und trat durch diese Seine Geburt in die Welt hinein, in welcher Er das große Werk der Erlösung ausführen sollte und wollte. Dank sei dem himmlischen Vater, dass Er uns Seinen eingeborenen Sohn als einen Heiland hat geboren werden lassen. Dank sei dem Sohn Gottes, dass Er unser Blutsfreund und Erlöser hat werden wollen, und keine unvollständige, sondern eine vollkommene Erlösung ausgeführt hat. Dank sei dem Heiligen Geist, durch welchen uns dieses Heil verkündigt worden ist, und welcher uns tüchtig machen will, zu glauben an den Namen des Sohnes Gottes, und das ewige Leben durch diesen Glauben zu empfangen. Es sei denn dieses unser Ruhm und Trost im Leben und Sterben, dass uns ein Heiland geboren sei. (Magnus Friedrich Roos)


Euch ist heute der Heiland geboren.
Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben.
Jesaja 9, 6.

Sollten wir allein schläfrig und lässig sein? Wie würde sich dieses auf den wachen Himmel und die wimmelnde Erde schicken? Auch uns ist eine Übung angewiesen, die Übung des Glaubens, der hier seine Hände voll zu tun findet. Das ist aber das Werk und Hauptgeschäft eines Gläubigen bei der Geburt Christi, dass er das Kindlein aus der Krippe herausnimmt und auf seinen Schoß legt; dass er das in Windeln gewickelte Kind aufwickelt und Ihm volle Macht lässt, sein Heil auszuwirken und mitzuteilen; dass er mit diesem Kind so umgeht, als wäre es weder ein Sohn des Vaters, noch ein Kind der Maria, sondern sein eigen, ihm geboren, ihm geschenkt, als ein ganzes Eigentum. Das ist gewiss eine große und wichtige Sache, dass sich der Glaube unterstehen, und das Christkindlein sich so zu eigen nehmen darf und soll. Ein jedes Kind wird seinen Eltern geboren; ein anderer darf sich dessen nicht anmaßen. Aber dem Glauben gilt es, der weiß diesen köstlichen Kunstgriff, dass er Gottes und Marien Kind ohne Weil zu sich nimmt und mit beiden Händen ergreift. (unbekannt)


Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
In der Heiligen Nacht der Geburt unseres Heilandes brachte der Engel des Herrn den Hirten auf dem Felde diese freudenvolle Kunde. In diese wenigen Worte ist die Summe des ganzen Evangeliums gefasst. Öffnen wir im Glauben unsere Herzen, nehmen wir den reichen Schatz, der uns in der Schale dieser Worte vorgesetzt ist, nur getrost hin; er gehört uns allen; alle, ohne Ausnahme, geht die Freudenbotschaft an; du und ich, wir sind mit eingeschlossen. Aber dieses „euch“ fordert gläubige Herzen. Entzünde du selbst, o Herr, in unseren Herzen solchen Glauben und herzlich Vertrauen, dass du uns geboren bist, und lass uns darin der Weihnachtsfreude voll werden! Der Heiland ist uns geboren, d. i. der Retter und Helfer, der Befreier von allem Leid, das durch die Sünde und mit der Sünde in die Welt gekommen ist. Einen Heiland brauchten wir, sonst wären wir vergangen in unserem Elend, einen Heiland, der die Pforten des Gefängnisses sprengt, der den Kranken die Arznei bringt, die sie zu ewigem Leben genesen lässt, der für die Irrenden der Weg wird, auf dem sie wieder ins Vaterhaus zurückgelangen. O, Gott sei gelobet und gebenedeit, dass er erschienen ist, dass er geboren, dass er als wahrhaftiger Mensch so ganz und gar in unser Elend eingegangen ist, um aus demselben uns zu erretten. Er ist geboren, der von Ewigkeit beim Vater war! Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an und er ermisst, wie Gottes Lieb' unendlich ist. Er ist geboren und hat dadurch die menschliche Natur geadelt, uns zur Mahnung, auf solchen Adel des Leibes zu achten und ihn als Behausung und Tempel Christi und des Heiligen Geistes in Ehren zu halten. Dieser Heiland, der uns geboren ist, ist Christus, der den Vätern Verheißene, der als der wahrhaftige Prophet, Hohepriester und König mit dem Heiligen Geist ohne Maß gesalbt ist. Als Christus ist er dein Licht und Lehrer, der Weg, die Wahrheit und das Leben, dein Vertreter, Fürsprech und Segenspender für Zeit und Ewigkeit, dein König und Schutzherr. Was du nur begehren magst, alles findest du in ihm! (unbekannt)

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