Lukas 24,13
Andachten
Und siehe, zwei aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, des Name heißt Emmaus. Und es geschah, da sie mit einander redeten, nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen.
Gestern sind wir in der Dämmerung ausgegangen zum Grabe, heute nach Emmaus. Nur war es gestern Morgen, heut ist's Abend. Wieder haben wir betrübte und zagende Herzen vor uns, denen der Glaube an den auferstandenen Jesus noch nicht lebendig geworden. Dass die Männer am Osterabend noch verzagten Herzens pilgerten, das könnte dir auffallen. Es war ja nun bereits ein Tag seit der Auferstehung verflossen, und sie gehörten zu den Jüngern des Herrn. Aber dürfen wir uns darüber wundern? Es sind nun seit dieser Auferstehung bereits fast 2000 Jahre verflossen, und er ist gar Vielen erschienen. Er ist in jenen ersten Tagen Vielen sichtbar erschienen, er ist vielen Tausenden in ihrer Not in seiner Auferstehungsglorie im Herzen erschienen. Und wie steht's um uns? Für Viele neigt sich ihr Tag, und sie sind noch so traurig wie Jene. Viele von denen, die das Wort gehört haben, die mit auf die Auferstehung des Herrn getauft sind, die glauben es nicht. Was möchte da für den heutigen Tag unser liebster Wunsch sein? Der, dass wir Alle mitgehen könnten auf dem Wege nach Emmaus, ja dass wir auch alle die mitnehmen könnten, die bisher noch nicht glauben wollen an den Auferstandenen. Möchte ihnen auch erst unterwegs das Herz brennen. Möchten sie ihn dann nur erkennen, und endlich mit denen zu Jerusalem bekennen: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen.“
Herr Jesu, du auferstandener Heiland, du hast jene Jünger getadelt, dass sie nicht glaubten an dich. wie würdest du mit unserm Geschlechte reden, wenn du zu uns trätest, Wir sind ja so träge im Glauben. O segne uns diese Festtage, dass wir im Glauben an dich wachsen und fest werden. Lass es uns erfahren in aller Not und Traurigkeit, dass du heute noch wie einst tröstend zu den Deinen kommst. Hilf uns bedenken, dass du uns überall nahe bist, unsere Reden hörst, unsres Herzens Gedanken siehst. Und wo es Abend werden will in uns, wenn die Nacht der Trübsal oder des Todes kommt, dann erhöre auch unsere Bitte: „Herr bleibe bei uns“ und wende auch unsere Not zu heiliger Freude. Amen. (Friedrich Ahlfeld)