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Lukas 22,13

Lukas 22,13

Andachten

Die Jünger gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, dass ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis dass erfüllt werde im Reiche Gottes.
„Wie er geliebt hatte die Seinen, die in der Welt waren, also liebte er sie bis ans Ende,“ so hat dein Jünger Johannes geschrieben. Hier finden wir davon sogleich den Beweis am Anfang und Eingang deiner Leidenszeit, Herr Jesu. Die Jünger hatten das Osterlamm zubereitet nach deinem Befehl und Auftrag. Da kamst du selbst und setztest dich mit den Deinen zu Tische. Mich hat herzlich verlangt, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide, tönt es aus deinem bewegten Herzen und von deinen liebfreundlichen Lippen. Aber es ist eben das letzte Mal, dass du die Deinen um dich versammelt und dich selber in ihrer Mitte stehst. Denn dass es hinfort nicht mehr also sein, dass du das Osterlamm nicht mehr mit ihnen essen werdest, bis im Reiche Gottes alles erfüllt sein werde, das kannst du ihnen nicht verschweigen. So lass uns im Geiste bei dir sitzen im Kreise deiner lieben Jünger und dann mit dir wandeln bis zu deinem Kreuze hin, lieber Heiland, Herr Jesu! Bisher haben wir nur als aus der Ferne dein Kreuz betrachtet, nach den Zeugnissen, in welchen die Propheten und Apostel geredet haben davon und wie sie aus deinem eigenen Munde ergangen sind. Jetzt wollen wir dir nachgehen auf deiner Schmerzensstraße, die du wandelst zum Kreuze, wollen hören, was du redest, wollen sehen, was an dir geschieht, bis alles vollendet sein wird. Gib uns doch rechte Sammlung zur Andacht und Stille.

Gib uns ein Herz, das vor dem schauerlichen Gerichte erschrickt, welches über dich um unserer Sünde willen ergeht, aber auch aus dankbarer Liebe für dein Leiden und Sterben zu dir, du Herzensgeliebter, unverbrüchlich sich hält. Dich hat herzlich verlangt, unter deinen Jüngern zu sein und noch einmal das Osterlamm mit ihnen zu essen, ehe denn du littest. Ach, so hast du in herzlicher Liebe zu mir und zu allen Sündern herzliches Verlangen getragen nach ihnen allen und auch nach mir. Wie beschämt uns dieses dein Lieben und Verlangen nach uns, die wir doch so kalt und träge uns erfinden lassen gegen dich. So gib uns deine inbrünstige Liebe zu erkennen, die alles Leiden für Freude und alle Schmach für Ehre erachtet, weil alles zu unserer Versöhnung geschieht. Wir wollen dich suchen, unseren Gnadenstuhl, unseren Erlöser und Seelenfreund. Zu dir wollen wir uns halten, bis es als zum letzten Mal in dieser Zeitlichkeit von unseren sterbenden Lippen tönt: „Meinen Jesum lass ich nicht.“ Heil uns, wenn du uns dann aufnimmst in dein himmlisches Reich, wo wir mit dir essen und es neu trinken sollen, um deiner unaussprechlichen Liebe willen. Amen! (Carl Gottlieb Just)

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