Lukas 16,15

Andachten

Gott kennt eure Herzen.
Lerne die sich mit dem Schein eines gottseligen Wesens verstellende ehrbare Welt kennen und verabscheuen. Sie ist ein erschrecklicher Gräuel vor den Augen Gottes, ob sie schon auch von Gott und göttlichen Dingen gerne zu reden und es mit ihm redlich zu meinen vorgibt. Denn Gott kennt die Herzen solcher Leute, und weiß, dass Hochmut, Augenlust, Fleischeslust darin die Oberhand haben. Tue dich von solchen oder, wo du bei ihnen sein musst, so bezeuge ihnen, dass in Christo Jesu ein rechtschaffenes Wesen sei, der Welt Freundschaft aber Gottes Feindschaft heiße. Wo eben keine Absicht auf die Ewigkeit ist, da ist Weltsinn. O was ist es, was kann es werden, wenn ein Mensch in das Selbstrechtfertigen versinkt, wo kann ihn die Rechthaberei, die Herzenshärtigkeit, die Geringschätzung des geschriebenen Worts und der dazu verordneten Stimmen hinbringen! (Christenbote 1848 und Rieger.)


Was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Gräuel vor Gott.
Manchmal ist Einer ein bisschen zu hoch unter den Menschen, und dann denkt er sich auch hoch, es gefällt ihm, hoch zu sein unter den anderen. Da ist's bald geschehen, dass man in die Schmach bei Gott kommt, d. h. dass man ihm ein Gräuel wird, selbst so lange man bei Menschen noch in Ehren ist. Da soll oft eine Schmach die andere aufheben, d. h. die Schmach unter den Menschen soll klein machen und demütig und so herunterstimmen, dass man vor Gott und Menschen sich als ein Nichts fühlt. Dann kommt man bei Gott auch wieder zu Ehren, und ist das letztere der Fall, dann wird Er bald die Schmach unter den Menschen auch wieder wenden. Willst du daher nicht zu tief in die Schmach hinein geführt werden, so gehe nur herunter von deinem Stuhl, und dünke dich nicht hoch zu sein, sondern halte es fest, dass du nichts bist vor Gott, und darum auch keine Ehre verdienst, weder vor Gott noch vor Menschen. kleiner Einer in seinem Inneren bleibt, desto leichter wird er schmachlos durchkommen durch die Welt, nur dass einen die Menschen in solchem Fall nicht so gar hoch hinaufheben, und das muss ja auch nicht sein. Er aber wird ja die Demütigen schon noch erhöhen zu Seiner Zeit. Denn „wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.“(Matth. 23, 12.) (Christoph Blumhardt)

Predigten

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