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Matthäus 8,11

Matthäus 8,11

Andachten

Ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappern.
Zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel warst du gesandt, Herr Jesu, ein Heiland, dazu gekommen in die Welt, die Sünder selig zu machen. Aber unter Israel fandest du wenig Glauben. Von Israel konnte es recht heißen: Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Da erweiterte sich dein Herz. Dein Blick ging in die Ferne und weidete sich an den Scharen, die du kommen sahst im Geist aus den Heidenvölkern vom Morgen und Abend und sich sammeln ins Reich Gottes unter das Panier deines Kreuzes. Doch um Israel, dein Volk, brach dir dein Herz, dass Fremde in seine Ernte kommen und den ihm verheißenen Segen ererben sollten, dass es verworfen und ausgestoßen werden sollte, weil es selbst sich nicht für wert erachtete des ewigen Lebens. So ging ein tiefer Schmerz durch deine Seele, Herr Jesu, als du die verlorenen Schafe vom Hause Israel so ohne allen Glauben sahst und ohne Buße in ihren Sünden. Sie, als die Kinder des Reichs, sind ausgestoßen worden. Aber vom Morgen und Abend sind viele gekommen, wie du gesagt hast, und haben dich bußfertig und gläubig angenommen als ihren Heiland in ihren Sünden. Daran schauen wir beide, den Ernst und die Güte Gottes. Wir schauen den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an uns, die du aus lauter Güte zu dir gezogen hast. Die wir weiland nicht ein Volk waren, sind nun ein Volk Gottes geworden und die wir weiland nicht in Gnaden waren, die sind wir zu Gnaden angenommen. Betrübt um Israel, aber getröstet aus deinem Worte, dass ein Tag kommen wird, an dem du auch seiner dich wieder erbarmen willst, dürfen wir fröhlich also rühmen von deiner Gnade an uns. So hilf uns doch und deiner ganzen Christenheit, die du aus den Heiden dir gesammelt hast, dass wir deine große Gnade an uns teuer achten und an derselben beständig verbleiben. Wohin sollen wir gehen! Du bist uns ja Sonne und Schild und in dir haben wir Gerechtigkeit und Stärke. Darum erhalte uns dein seligmachendes Wort. Gib uns daraus den Trost der Vergebung unserer Sünden und mache durch dasselbe uns selig. Wir aber geloben es dir für heute und für alle Tage, dass wir den Reichtum deiner Gnade nicht verachten, dass wir dein Volk und Eigentum bleiben, dass wir dich lieben und als unseren Heiland dich allezeit bekennen, um deinetwillen alles verleugnen, dir leben und zuletzt dir sterben wollen. Lass es damit uns gelingen um deines allerheiligsten Namens willen, o Jesu. Amen. (Carl Gottlieb Just)

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