Jeremia 17,13
Andachten
Herr, du bist die Hoffnung Israels.
Ein Gott der Hoffnung heißt der Herr in unsrer Epistel. Und die alten Väter in Israel haben ihre Augen zu diesem Gott aufgehoben und gesprochen: Herr, du bist die Hoffnung Israels. Er hat die Hoffnung auf einen Erlöser in die Herzen seiner Gläubigen hineingepredigt, hat ihnen gesagt von Dem, der als Lamm zur Schlachtbank geführt wurde, hat ihnen zuletzt verkündet: „Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr.“ Diese Hoffnung leuchtet durch das ganze Alte Testament hindurch. Und derselbe Gott bringt auch allein die Hoffnung ewigen Lebens. Wenn wir über die Zeiten hinwegsehen bis hinein in die Ewigkeiten was sieht unser Blick? Ohne Jesum sieht er nur Verderben und Verzweiflung; aber mit Jesu selige Hoffnung. Seit der Herr dem Schächer am Kreuz Hoffnung der Seligkeit gemacht hat, seit damals sendet er, der wirklich für uns gekommen ist, die Hoffnungsklänge in die Welt hinein. Er ist's, der uns im Streit den Frieden ewiger Ruhe vorhält, er ist's, der uns im Schmerz dieses Lebens auf den Tag hinweist, wo Gott alle Tränen von unsern Augen abwischen wird; er ist's, der uns bei unsrer Wanderung auf Erden das Vaterhaus im Himmel sehen lässt; er ist unsre Hoffnung. - Aber er gibt nicht bloß Hoffnung, er hofft auch selbst, und auch in dem Sinn ist er ein Gott der Hoffnung. Wenn der Heiland jetzt vorwärts sieht, bis hin in die Zeit, da ein neuer Himmel über einer neuen Erde steht, dann hofft er auf die Heimholung seiner Braut, dann hofft er, all die Seligen zu sich führen zu können, nach all den Schmerzen, die er als Gotteslamm und als suchender Hirte durchgelebt hat. Er hofft auf eine liebe herrliche Hochzeitsgemeinschaft. Darf er hoffen, dass sein Auge auch dich dann findet? Darf er hoffen, dass dann der Hosianna-Ruf auch aus deinem Munde ihm entgegen klingt?
Lasst uns beten: Wir danken Dir, Du Gott der Hoffnung, dass Du in die Verzagtheit und Verzweiflung des armen Menschenherzens Deine Hoffnung hineingelegt hast. Wir danken Dir, dass Du die Hoffnung der alten Zeiten erfüllt hast und hast Deinen lieben Sohn auf Erden kommen lassen. Wir danken Dir, dass Du unsre Hoffnung vorwärts richtest und uns die ewige Seligkeit vorhältst. Lieber Herr Jesu, und nun hoffst Du auf uns, dass wir einst eingehen in die ewige Freude. Gib, dass wir Deine Hoffnung nicht zu Schanden machen, sondern Dir einmal entgegen gehen dürfen, wenn Du zum letzten Mal erscheinst. Lass uns heute und immerfort erkennen, dass Du allein unsre Hoffnung bist. Amen. (Wilhelm Hunzinger)