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Jesaja 7,12

Jesaja 7,12

Andachten

Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, dass ich den HErrn nicht versuche.
Wenn der Mensch nicht glauben will, so wird ihm selbst die Gnade Gottes zum Fallstrick. Statt das Wahrzeichen anzunehmen, welches Gottes Gnade ihm anbot, weigerte sich Ahas dessen mit dem heuchlerischen Vorwande, er wolle den HErrn nicht versuchen, und wenn es ihm damit ernst gewesen wäre, so hätte er recht gehabt; denn Gott versuchen und Ihn auf die Probe stellen, ob Er auch wohl Wort hält, oder ob Er auch kann, was Er verspricht, das heißt, Seiner Macht und Wahrhaftigkeit nicht trauen, und das ist eine schwere Sünde. Aber Ahas glaubte dem Worte Gottes nicht, und hatte doch eine heimliche Angst, dass es damit seine Richtigkeit haben könne. Denn hätte er nun das Zeichen empfangen, so wäre seine Verkehrtheit offenbar geworden, und er hätte die falschen Götzen wegwerfen und Buße tun müssen, aber dann konnte er auch nicht mehr nach seinen Lüsten leben, und das eben war seine Furcht. Darum will er nicht glauben, auch wenn er glauben könnte.

Wenn der Unglaube seinen Grund nur in der Schwachheit hat, die durch alle Hindernisse nicht hindurchzudringen vermag, so hilft Gott der Schwachheit auf und sendet ihr eine Glaubensstärkung nach der andern. Wenn aber der Unglaube seinen Grund in dem bösen Willen hat, so sinkt der ungläubige Mensch auch bei allen Erweisungen der göttlichen Gnade immer tiefer. Seine Seele verfinstert sich immer mehr, und je nach dem seine Gemütsart ist, wird er entweder ein kühler und gleichgültiger Verächter, oder ein verbitterter Feind der Wahrheit. Aber der HErr lässt ihn auch dann noch nicht.

O Du gnadenreicher Gott, wie groß ist Deine Barmherzigkeit, dass Du uns zu der wahren Erkenntnis unsers Heils gebracht hast. Gib uns Deinen Heiligen Geist, dass Er diese Erkenntnis in uns lebendig mache. Mache unsern Glauben stark und verleihe uns durch denselben den Sieg, der die Welt überwindet. Lass uns die Mittel des Heils treulich und fleißig gebrauchen, dass wir dadurch im Glauben gestärkt und erhalten werden, uns heiligen lassen und in solcher Heiligung immer fortfahren, damit wir als wahre fromme Christen leben und dereinst selig sterben mögen. Amen. (Hermann Haccius)

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