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Jesaja 52,13

Jesaja 52,13

Andachten

Siehe, mein Knecht wird weislich tun, und wird erhöht und sehr hoch erhaben sein: dass sich Viele über dir ärgern werden, weil seine Gestalt hässlicher ist denn anderer Leute und sein Ansehen denn der Menschen Kinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, dass auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten.
Erhöht und hoch erhaben, und doch so hässlich von Gestalt, dass Viele sich an Ihm ärgern werden; wer könnte dieses Rätsel lösen, wenn nicht Gott selbst es kund und offenbar gemacht hätte am Kreuz. Das ist eine Erhöhung wie keine andere, und eine Erhabenheit, die über alle Throne und Herrschaften reicht. Dabei aber heißt es noch immer von der Kreuz-Gestalt Jesu: Hinweg mit Ihm, Er soll nicht über uns herrschen. Aber gerade in dieser Gestalt hat Er die Welt erobert, und über die armen, verlorenen Heiden ist Sein Erlöser-Blut gesprengt, ja ihre Könige und Fürstinnen haben Ihm allein die Ehre gegeben, und gerade Sein Kreuz ist ihnen das benedeite Zeichen des Heils geworden, das sie im demütigen Glauben gegrüßt haben. O Herr! wie sind doch Deine Gedanken so sehr tief, und Deine Werke so wunderbar, und Du hast sie alle weislich geordnet! wer Dem nachdenkt, der hat eitel Lust daran! Das gilt von den Erlösungs-Gedanken unseres Gottes wie von den Werken Seiner Schöpfung, aber freilich, es gehört ein gläubiges Herz dazu und ein gedemütigter Geist. Die selbstklugen Leute, die sich vermessen, dass sie es besser wissen als Gott, denen bleibt das Kreuz ein Rätsel, und die Knechts-Gestalt Jesu ein Geheimnis, sie gehen dran vorüber und wo es ihnen dennoch unter die Augen gestellt wird, da ärgern sie sich dran. Als die Kinder Israel von den feurigen Schlangen gebissen wurden, da ärgerten sie sich keineswegs an dem ehernen Schlangenbilde, das Mose aufgerichtet hatte, sondern blickten gern und gehorsam dazu empor, wenn sie nur Rettung fanden vor dem grausamen Übel. Deine Sünden, das sind die feurigen Schlangen, die beißen im Gewissen, dann ärgerst Du Dich nicht mehr an der Kreuz-Gestalt Jesu; dann freust Du Dich mit gefalteten Händen und gebogenen Knien, dass der Knecht Gottes so weislich gehandelt, das Kreuz zu erwählen und der Schande nicht zu achten, dann heißt es: Tausend, tausend Mal sei Dir, liebster Jesu, Dank dafür! (Nikolaus Fries)


Und er wird erhöht und hoch erhaben sein.
Der Knecht Gottes verdient es um seiner unvergleichlichen Weisheit willen, dass er erhöht und sehr hoch erhaben sei. Er kann nicht zu hoch geehrt werden. Manche denken vielleicht, der Name Jesu sei gegenwärtig nicht sehr gepriesen, aber er ist es jetzt gewiss mehr, als in früheren Tagen, wo er der Spott der Völker war. Sein weiser Rat schafft, dass sein Reich wächst, und dadurch tritt seine Person und seine Lehre immer mehr in den Vordergrund. Am Ende wird's offenbar werden, dass sein Werk und seine Lehre, alle seine Taten und alle Schickungen seiner Vorsehung so weislich geordnet sind, dass dadurch auf die beste und schnellste Art sein heiliger Name erhöht wird. Der Stern Jesu steigt mit jeder Stunde höher, aus der Dämmerung Golgathas sehen wir bald den hellen Tag hervorleuchten. Er war einst der Allerverachtetste und Unwerteste; jetzt beten ihn Tausende an, und nach der göttlichen Verheißung sollen sich ihm alle Kniee beugen und alle Zungen bekennen, dass er der Herr sei. Der Geist Gottes wirkt darauf hin, dass Jesus erhöht werde, und die göttliche Vorsehung lenkt alle Kräfte auf dieses Ziel hin. Im Himmel ist Jesus erhöht und sehr hoch erhaben, und auch auf Erden ist sein Name schon ein Machtwort und soll in künftigen Zeiten der höchste Name sein. Der Herzog unsrer Seligkeit wird siegen; im großen Ganzen, sowie in jeder Einzelheit wird der Wille des Herrn geschehen, und Himmel und Erde werden ihn rühmen und preisen, wenn sie sehen, dass er es vollbracht hat. (Charles Haddon Spurgeon)


Siehe mein Knecht wird weislich tun.
In der Zeit des neuen Bundes ist Jesus vom Himmel gekommen als der Knecht Gottes; er leitet den göttlichen Haushalt und „tut weislich,“ das heißt er handelt in allem als ein weiser Knecht. Diese Weisheit tut sich kund in den Tagen seines Fleisches, von der Stunde an, da er als Knabe unter den Lehrern im Tempel saß, bis zu jener Stunde, da er sich vor Pilatus verantwortete. Ein unauslöschliches Feuer, eine heilige Begeisterung erfüllte ihn; es war seine Speise, dass er den Willen des Vaters tat, aber doch handelte und sprach er nie unvorsichtig oder unbesonnen. Er war voller Liebe, und diese Liebe machte ihn freimütig und offenherzig, aber er blieb doch weise und klug und „vertraute sich niemand, denn er wusste wohl, was im Menschen war.“ Wir sehen seine Weisheit in der Art, wie er die Schlingen seiner Gegner zerreißt; wir sehen sie auch in der Art, wie er seine Jünger erzieht. Er hat ihnen vieles zu sagen, aber sie können es noch nicht tragen, darum lässt er nur nach und nach das Licht in ihre Seelen fallen. Er sendet sie nicht gleich in die weite Welt hinaus, sondern wartet damit, bis sie reifer und kräftiger geworden. Wir sehen seine Weisheit auch in der Geschichte der Kirche. Wir wundern uns vielleicht, dass er so manchen Irrtum bestehen lässt, dass er das Böse nicht gleich bestraft und die Reinheit seiner Kirche nicht alsbald wieder herstellt. Aber der weise Arzt duldet die Krankheit, bis sie einen Punkt erreicht, wo er sie fassen kann, und so lässt der Herr manchmal ein Übel in seiner Kirche wuchern, bis er seine Zeit ersieht, es auszurotten. (Charles Haddon Spurgeon)


Siehe, mein Knecht wird weislich tun und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein.
Wodurch wird der Knecht des HErrn weislich tun? Durch den Gehorsam bis in den Tod. Das ist Weisheit. Der Ungehorsam ist Torheit. Die Furcht vor Leiden und Trübsalen, in Folge deren man alles Mögliche Ungeschickte vornimmt, ist Torheit. Der Heiland hat müssen alles ertragen, um nicht töricht zu tun. Hätte Er nicht auch das Leiden auf sich genommen, so wäre Seine Erscheinung keine genügende auf Erden gewesen; die Erlösung wäre nicht geraten. Um also weislich zu tun, dürfen wir nicht die sein, die alles tun, um keine Gefahr, kein Missbehagen, kein Leiden zu haben. Vor der Welt freilich ist man weise, wenn man sich nichts gefallen lässt. Aber wer sich Unrecht gefallen lässt, handelt weife, wer nicht, handelt unweislich und töricht. Man kann oft recht in Versuchung kommen durch Leute, welche sagen: „Du bist nicht gescheit, wenn du dir das gefallen lässt“; aber lass dich lieber für dumm halten vor der Welt, indem du dir etwas gefallen lässt; denn das ist weise vor Gott. Es gibt aber wenig Menschen, die den rechten Merks hierfür haben, und wann die Umstände es machen, dass mans nicht gut hat, so heißt's gleich: „Wehr' dich dagegen!“ Aber wenn der Knecht des HErrn darin weise war, dass Er alles sich gefallen ließ, um Gott treu zu bleiben, so müssen auch wir wieder weislich aushalten, indem wir von allerlei Menschen uns allerlei gefallen lassen, ohne in ungöttlicher Weise drein zu greifen. Denn Widerstreben ist Torheit, Gehorsam ist Weisheit. Der HErr hat mit Seinem Gehorsam erreicht, dass jetzt alle Zungen bekennen, dass Er der HErr sei. Darum widerstrebt nicht dem Übel! (Matth. 5, 39.) (Christoph Blumhardt)

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