Psalm 91,11
Andachten
Unsere Bewahrung liegt in anderen Händen als in den unseren. Auf dem Wege der Pflicht sind wir so sicher wie im Himmel. Nicht allein in großen, sondern auch in kleinen Gefahren sind wir sicher, wenn wir uns auf dem rechten Wege befinden. denn wir werden sowohl vor den Steinen des Anstoßes wie vor den feurigen Pfeilen bewahrt. Unserer Wache kann kein Feind widerstehen, denn sie ist stark; ihr kann kein Übel zuvor kommen, denn sie ist schnell; sie kann keine Ermüdung überfallen, denn sie ist unermüdlich. Wir haben eine Leibwache von Unsterblichen, deren jeder einzelne unbesiegbar, treu, liebevoll und voll Feuers ist. Jeder Engel kann in Wahrheit sagen: „Ein Gut hab' ich zu hüten.“ Und er wird es hüten, bis der Herr selbst unseren Geist aufnehmen wird. Kein Engel wird unter Schmerzen seinen Bericht abgeben und sagen: „Ich konnte ihn nicht behüten, der Steine waren zu viele, seine Füße waren zu schwach, der Weg war zu lang.' Nein, wir werden bis ans Ende bewahrt werden, denn außer den Engeln haben wir auch den Schutz des Herrn. „Er wird behüten die Füße seiner Heiligen.“ 1 Sam. 2,9. (unbekannt)
Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
Nicht ein einzelner Schutzengel ist hier gemeint, sondern das ganze himmlische Heer. Die Engel haben Befehl von ihrem und unserem Herrn, die Frommen sorgfältig zu behüten, und ganz besonders, wenn dieselben einen Auftrag Gottes zu erfüllen haben. Wir dürfen gewiss glauben, dass, wenn der Herr den Engeln einen Befehl gibt, sie ihn aufs Beste ausführen. Sie sollen die Frommen auf allen ihren Wegen behüten. Es ist nicht des Gläubigen Art, vom Wege abzuweichen. Er bleibt auf dem Wege und die Engel beschützen ihn und zwar auf allen seinen Wegen. In welcher Art uns die Engel beschützen, ob sie mehr leibliche oder geistliche Gefahren abwenden, das wissen wir nicht. Vielleicht werden wir einmal mit Staunen erfahren, wie viele Dienste uns die unsichtbaren Hände getan haben. Wir wissen aber: „Sie werden dich auf den Händen tragen.“ Wie eine Mutter ihr Kindlein trägt, mit sorgsamer Liebe, so sollen die seligen Geister jeden Frommen tragen. „Dass du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.“ Sie schützen uns also auch vor kleinen Gefahren. Es ist wichtig, dass wir nicht straucheln, und da der Weg uneben ist, sendet uns des Herrn Güte seine Diener, dass sie uns über die Steine hinweghelfen. Da aus einem kleinen Unfall ein großes Übel entstehen kann, sorgt des Herrn Weisheit, dass wir vor solchen kleinen Unfällen bewahrt werden. (Charles Haddon Spurgeon)