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Psalm 84,12

Psalm 84,12

Andachten

Denn Gott der HErr ist Sonne und Schild, der HErr gibt Gnade und Ehre; Er wird kein Gutes mangeln Lassen den Frommen.
Und der HErr ist Sonne und Schild - nicht macht Er Seiner Gaben eine dazu, sondern Sich selber gibt Er uns zum Sonnenlicht und zur Schildbedeckung! (Friedrich Wilhelm Besser)


“Der Herr gibt Gnade und Ehre.“
Gütig und gnädig ist der Herr in allem seinem Wesen, Geben ist seine Lust. Seine Geschenke sind über alle Begriffe köstlich und werden uns so frei gewährt, wie das Licht der Sonne. Er gibt Gnade seinen Auserwählten, weil Er's also will, seinen Erlösten um seines Bundes willen, den Berufenen um seiner Verheißung willen, den Gläubigen, weil sie darum bitten, den Sündern, weil sie ihrer bedürfen. Er gibt seine Gnade reichlich, rechtzeitig, beständig, bereitwillig, nach seiner unumschränkten Macht; Er erhöht den Wert seiner Geschenke ums doppelte durch die Art, wie Er sie darreicht. Er gewährt jegliche Gnadenerweisung den Seinen frei und umsonst: Trost, Bewahrung, Heiligung, Leitung, Unterweisung, Hilfe; dies alles gießt Er großmütig und ununterbrochen aus in unsre Seelen, und mag auch kommen, was da wolle, so fährt er allezeit fort, also zu tun. Krankheit mag uns beschleichen, aber der Herr schenkt uns Gnade; Armut kann uns überfallen, aber gewisslich wird uns Gnade zuteil; der Tod muss über uns kommen, aber in der dunkelsten Stunde zündet die Gnade ihren Leuchter an. Lieber Freund, wie köstlich ist's, wenn die Jahre vorüberziehen, und das Laub fällt, dass wir eine so unverwelkliche Verheißung besitzen, wie die: „Der Herr gibt Gnade.“ „Er ist es wert, dass man Ihn ehrt; Die Liebe, die mit Gnade krönt, Hat ewig uns mit Gott versöhnt.“ Das Wörtchen und in unsrer Stelle ist ein diamantener Nagel, der die Gegenwart mit der Zukunft unauflöslich zusammennietet: Gnade und Ehre sind stets beisammen. Gott hat sie verbunden, und niemand kann sie trennen. Der Herr versagt einer Seele, der Er freies Leben in seiner Gnade geschenkt hat, die Herrlichkeit niemals; die Herrlichkeit ist nur Gnade im Feierkleid, Gnade in vollster Blüte, Gnade in reifster und vollendetster Frucht. Wie bald wir solcher Ehre teilhaftig werden, weiß niemand. Vielleicht erblicken wir die Heilige Stadt noch vor Ende dieses Monats; aber sei die Frist auch länger oder kürzer, so werden wir dennoch in einer Kürze verherrlicht. Ehre, himmlische Herrlichkeit, ewige Ehre, Ehre Jesu, Ehre des Vaters: das will der Herr seinen Auserwählten allen schenken. O, seltene Verheißung eines treuen Gottes! (Charles Haddon Spurgeon)


Der Herr will Gnade und Herrlichkeit geben.
Gnade ist das, was wir jetzt brauchen, und sie ist allen zugänglich. Was kann freier sein als eine Gabe? Heute sollen wir erhaltende, stärkende, heiligende, befriedigende Gnade empfangen. Er hat bis jetzt tägliche Gnade gegeben, und für die Zukunft ist diese Gnade immer noch genügend. Wenn wir nur wenig Gnade haben, muss der Fehler in uns liegen; denn des Herrn Macht ist nicht verkürzt und Er ist auch nicht säumig, sie im Überfluss zu verleihen. Wir können nun so viel bitten, wie wir wollen und niemals ein Nein erwarten. Er gibt einfältig jedermann und rückt es niemand auf.

Der Herr mag kein Gold geben, aber Er gibt Gnade; Er mag keinen Gewinn geben, aber Er will Gnade geben. Er wird uns gewiss Prüfungen senden, aber Er wird Gnade im Verhältnis dazu geben. Wir mögen berufen werden zu arbeiten und zu leiden, aber mit dem Beruf wird alle dazu nötige Gnade kommen.

Was für ein und ist das in dem Spruche - „und Herrlichkeit!“ Wir brauchen noch keine Herrlichkeit, und wir taugen noch nicht dafür; aber wir sollen sie zur rechten Zeit haben. Nachdem wir das Brot der Gnade gegessen haben, sollen wir den Wein der Herrlichkeit trinken. Wir müssen durch das Heilige - welches die Gnade ist, zu dem Allerheiligsten, welches die Herrlichkeit ist, gehen. Diese Worte „und Herrlichkeit“ sind genug, um einen Mann vor Freude tanzen zu machen. Eine kleine Weile - eine kleine Weile, und dann Herrlichkeit auf ewig! (Charles Haddon Spurgeon)


“Er wird kein Gutes Mangeln lassen, denen, die aufrichtig wandeln.“
Vieles Angenehme mag der Herr mangeln lassen, aber „kein Gutes“. Er ist der beste Richter über das, was gut für uns ist. Einige Dinge sind sicherlich gut, und diese können wir haben, wenn wir durch Jesum Christum, unsren Herrn, darum bitten. Heiligkeit ist etwas Gutes, und diese will Er gern in uns wirken. Sieg über böse Neigungen, Heftigkeit des Temperaments und böse Gewohnheiten wird Er willig verleihen, und wir sollten nicht ohne denselben bleiben.

Volle Heilsgewissheit will Er gewähren und nahe Gemeinschaft mit Ihm selber, und Zugang zu aller Wahrheit und Kühnheit mit obsiegender Macht vor dem Gnadenthron. Wenn wir diese nicht haben, so ist es Mangel an Glauben zum Empfangen und nicht Mangel an Willigkeit Gottes zum Geben. Eine gelassene, eine himmlische Gemütsstimmung, große Geduld und inbrünstige Liebe - alles dies wird Er dem heiligen Eifer geben.

Aber beachte wohl, dass wir „aufrichtig wandeln“ müssen. Es dürfen keine Nebenzwecke und keine krummen Wege da sein, keine Heuchelei und kein Betrug. Wenn wir unehrlich wandeln, kann Gott uns keine Gunst erzeigen, denn das würde eine Prämie an die Sünde sein. Der Weg der Aufrichtigkeit ist der Weg himmlischen Reichtums - so großen Reichtums, dass er alles Gute einschließt.

Was für eine Verheißung, die wir im Gebet geltend machen können! Lasst uns auf unsre Knie fallen. (Charles Haddon Spurgeon)


Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre; er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
Die Pilger zur himmlischen Stadt bleiben nicht ohne Trost und Schutz. Für das wandernde Volk Gottes war die Feuersäule und die Wolke Sonne und Schild, und der Christ findet auch heute noch Licht und Schutz in dem Herrn seinem Gott die Sonne für Tage des Glücks und den Schild für Tage der Gefahr; das Licht, um ihm den Weg zu weisen, und den Schild, um Gefahren abzuwehren. Selig wer unter solchem Geleite reist; ihm sind die sonnigen und die schattigen Tage gleich erfreulich. Der Herr gibt auch Gnade und Ehre. Er gibt beides zu rechter Zeit, gewiss und reichlich. Er besitzt ja beides in Fülle und gibt es uns als eine freie Gnadengabe. Was kann er mehr geben? Was können wir mehr empfangen oder wünschen? - Er lässt kein Gutes mangeln den Frommen. Ein scheinbares Gut wird ihnen vielleicht versagt, aber ganz gewiss nichts wirklich Gutes. „Alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.“ In Gott ist alles Gute; außer ihm ist nichts Gutes und er versagt uns nichts Gutes, wenn wir nur bereit sind, es zu empfangen. Wir müssen aufrichtigen Sinnes sein, nicht im Stillen einem Hang zu dieser oder jener Sünde nachgeben; unsere Aufrichtigkeit muss sich im Leben zeigen: wir müssen in der Wahrheit und Heiligkeit wandeln, dann werden wir einst alles ererben. Inzwischen aber werden uns die göttlichen Gaben zugemessen je nachdem wir imstande sind, sie aufzunehmen. Dies gilt nicht nur für ein paar Bevorzugte, sondern für alle Frommen jetzt und immerdar. (Charles Haddon Spurgeon)

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