Psalm 5,13
Andachten
Wenn der starke Bewaffnete über uns kommt, wenn er seine feurigen Pfeile auf uns absendet, so kann uns doch kein Schade geschehen, wenn Gott uns mit seiner Gnade als mit einem Schilde umgibt. Er kann den Versucher entwaffnen, seine Bosheit im Zaum halten und ihn unter unsere Füße zertreten (Röm. 16, 20). Ist Gott nicht mit uns, deckt er uns nicht mit seiner mächtigen Gnade, dann ist allerdings ein so listiger und verschlagener und so gewaltiger Feind viel zu stark für uns. Unzweifelhaft müssen wir den Kürzeren ziehen und zu Schanden werden, wenn wir uns erdreisten, in eigener Kraft mit ihm zu ringen. Wie oft sind wir zu Fall gekommen und wie viele Beulen und Wunden haben wir davongetragen, wo wir uns auf unsere Gewandtheit verlassen haben. Dahingegen wie oft haben wir die Hilfe Gottes mächtig erfahren, wo wir sie in Demut erfleht haben. Und wie sicher dürfen wir im Glauben sein, dass der Sieg unser sein wird, da Christus selbst für uns bittet, dass wir nicht unterliegen (Luk. 22, 31 f.). Wohin können wir unsere Zuflucht nehmen, als zu dem Gott, der uns geschaffen hat? Wie wird dieser Löwe des Waldes, wenn er zu brüllen beginnt, uns erschrecken und bedrängen, bis Er, der eine Weile ihm erlaubt, uns anzufechten, ihn wieder an die Kette zu legen für gut findet! Timoth. Rogers † 1691.
Luther hatte sich bekanntlich zu Augsburg im Jahre 1518 vor dem Kardinal Cajetan, dem päpstlichen Legaten, wegen seiner angeblich ketzerischen Lehren zu verantworten. Ehe der Kardinal ihn zu sich kommen ließ, sandte er einen Diener, einen schlauen Mann, der Luthers Gesinnung auskundschaften sollte. Der fragte ihn: „Meinst du, Fürsten und Herren werden sich deiner annehmen, oder dich wider den römischen Stuhl verteidigen? Wo willst du sicher sein und bleiben?“ „Unter dem Himmel,“ gab Luther zur Antwort. „Hm, hm!“ sagte der Römer, ging seiner Wege und kam nicht wieder.
Die anderen Rüstungsstücke der Alten dienten zum Schutz einzelner Körperteile, so der Helm für das Haupt, der Brustpanzer für die Brust. Dieser große Schild aber hatte den Zweck, den ganzen Körper zu schirmen. Man machte ihn daher sehr groß, 4 Fuß lang und 2 1/2 Fuß breit. Von seiner Größe bekam er bei den Griechen den Namen Türschild. Und wenn der Schild trotzdem an sich nicht ausreichte, den ganzen Mann zu decken, so konnte der geschickte Krieger ihn hierhin und dorthin wenden und so jeden Streich, jeden Pfeil auffangen, dass keiner ihn traf. Dies ist ein treffendes Bild von dem allseitigen Nutzen des Glaubens für den Christen. Der Glaube deckt den ganzen Mann; jeder Teil wird durch ihn bewahrt. Der Schild deckte aber nicht nur den ganzen Körper, sondern war zugleich ein Schutz für die Rüstung des Kriegers. Er hielt den Pfeil sowohl vom Helm ab wie vom Haupt, von der Brust sowohl wie vom Panzer. So ist auch der Glaube eine Rüstung über die Rüstung, wie es Eph. 6, 16 wörtlich heißt: Über das alles ergreifet den Türschild des Glaubens. Der Glaube ist eine Gnade, der alle anderen Gnaden bewahrt. William Gurnall† 1679.