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Psalm 3,7

Psalm 3,7

Andachten

Der Psalmist hält am Vertrauen auf Gott fest, so hoffnungslos augenscheinlich seine Lage ist. Er fürchtet sich nicht, wiewohl viele Tausende von Feinden ihn umringen. Lasst uns diesen Gedanken recht ins Herz fassen: Es gilt glauben trotz des Augenscheins. Der Untergang starrte David von allen Seiten ins Angesicht; wo immer er hinblickte, sah er Feinde. Was war einer gegen Zehntausende? Gottes Kinder kommen manchmal in ähnliche Umstände. Alles kommt über sie. Ihre Trübsale sind kaum zu zählen. Nicht eine Öffnung sehen sie, durch welche sie entkommen könnten. Die Dinge sehen sehr, sehr schwarz aus. Das ist großer Glaube, der in solcher Lage sagen kann: Ich fürchte mich nicht.

So erging es Luther auf der Reise nach Worms. Sein Freund Spalatin hörte die Feinde der Reformation sagen, die Zusage sicheren Geleits sollte einem Ketzer nicht gehalten werden, und Spalatin wurde dadurch von schwerer Sorge für Luther erfüllt. Als dieser sich eben der Stadt nahte, kam ein Bote zu ihm mit dem Rat: „Geh nicht hinein.“ Und das von seinem besten Freunde, von dem vertrauten Ratgeber des Kurfürsten, von Spalatin selbst. Aber Luther gab bekanntlich die kühne Antwort: „Ich bin gefordert, und wenn so viel Teufel zu Worms wären, wie Ziegel auf den Dächern, noch wollte ich hineinkommen!“ „Denn ich war unerschrocken,“ setzte Luther kurz vor seinem Tode hinzu, „und fürchte mich nichts. Gott kann einen wohl so toll (d. i. kühn) machen. Ich weiß nicht, ob ich jetzt auch so freudig wäre.“

Die vernünftigen Weltleute, die nicht nach dem Glauben, sondern nach dem, was ihre Augen sehen, wandeln, halten es für sehr vernünftig, dass der Christ in solcher Zeit Furcht hege; würden sie selber doch tief drunten sein, wenn sie sich in derartiger Lage befänden. Leute mit schwachem Glauben sind stets bereit, Entschuldigungen für uns zurecht zu machen, und wir sind auch schnell genug dabei, uns selber solche zu suchen. Statt uns über die Schwäche des Fleisches zu erheben, nehmen wir zu derselben unsere Zuflucht und brauchen sie als Entschuldigung. Lasst uns einen Augenblick mit Gebet darüber nachdenken, so wird uns alsbald klar werden, dass es nicht so sein sollte. Nur dann auf Gott vertrauen, wenn der Augenschein günstig ist, heißt nur mit dem Winde und der Flut segeln, heißt glauben nur wenn wir sehen. Lasst uns dem Beispiel des Psalmisten folgen und jenen unbedingten Glauben erstreben, der uns in den Stand setzt, auf den HErrn zu trauen, mag kommen was will, und mit David zu sprechen: Ich fürchte mich nicht vor vielen Tausenden, die sich umher er wider mich legen. Phil. B. Power † 1862.


Es macht nichts, wie furchtbar unsere Feinde sein mögen, ob Legionen an Zahl, Gewaltige an Macht, Schlangen an List, Drachen an Grausamkeit, Fürsten, die in der Luft herrschen, an Überlegenheit der Stellung, böse Geister an Bosheit, Er ist dennoch stärker, der in uns ist, als die wider uns sind. Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem HErrn. In ihm überwinden wir weit in dem allen. William Cowper † 1612.

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