Psalm 34,20
Andachten
Je reiner und gerechter ein Mensch lebt und wandelt, wirkt und Gott bezeugt, desto größer ist das Maß der Leiden, das er der Gerechtigkeit wegen wird tragen und erdulden müssen. Auch hier sind wir genötigt, zu sagen: Es können dem Gottesmenschen die Gerechtigkeitsleiden nicht erspart bleiben. Solange es einen Feind des Guten gibt, und solange Gute und Böse, Gerechte und Ungerechte untereinander wohnen, solange wird auch der Gerechte zu leiden haben. Erst wenn der letzte Feind, der Tod, wird abgetan sein, werden der Gerechten Leiden gänzlich aufhören. Jesus hat es jedem, der Sein Jünger werden wollte, sehr offen gesagt, dass Kreuz und Leiden sein Teil sein werden. Der Weg zu Gott, zur Herrlichkeit ist eine Leidensbahn. Wir können unmöglich Christus nachfolgen und dabei ohne Leiden bleiben, wir können nicht in der Gemeinschaft der Heiligen stehen und stets unter Lilien weiden. Kampf ist des Christen Los. Durch Leiden zur Herrlichkeit gehen alle Salemspilger. Selig werden willst du? Selig, wer leiden kann! „Wir preisen selig, die erduldet haben.“ Eine große Ehre liegt in diesen Leiden. Sie machen dem Meister ähnlich und zur Vollendung tragen sie viel bei. „Heiligung durch den Glauben“, betonen viele, und sie haben recht. „Heiligung durch Leiden“, möchten wir hervorheben, und wir werden auch damit eine große Wahrheit aussprechen. Im Leidenstiegel sein um Jesu willen ist wahrhaftig keine geringe Ehre. O, nur nie durch Sünden, durch Übeltat, durch Abweichungen von Gottes Willen sich Leiden zuziehen! Wer Unrecht erduldet, wer Leiden trägt, der wird stark. Wer aber Unrecht tut, der steht geschwächt da. (Markus Hauser)
„Der Gerechte muss viel leiden; aber der HErr hilft ihm aus dem allem.“
Die, die um der Gerechtigkeit willen viel leiden müssen und deren gibt's mehr, als man weiß, haben da doch viel Trost, Trost von Gott. Denn der HErr hilft ihnen aus dem allem. Warum muss denn aber so viel gelitten werden? Fragt einmal die Soldaten im Krieg. Sie werden antworten: „Das macht der Krieg.“ Ich habe in Basel einmal einen Redner seine Predigt anfangen hören mit den Worten: Krieg, Krieg, Krieg!“ dass alles erschrocken ist. Ja, es ist Krieg, Krieg mit den Mächten der Finsternis und mit allen Vertretern der Bosheit; und da gibt's Stöße und Püffe und fliegende Pfeile und Kugeln, dass man froh sein muss, wenn's einen nicht ins Herz trifft. Alle möglichen Qualen, Nöten und Peinigungen gibt's, und unter diesen leidet der Gerechte am meisten. Die Nichtsnutzigen kommen meist besser durch, die Gerechten aber müssen leiden, und zwar nicht bloß von Menschen, sondern auch vom Teufel, von letzterem viele ärger, als man weiß. So geht's den Gerechten, so lang der Kampf währt. Aber JEsus ist der Siegesheld, der all' Seine Feinde besiegt“ d. h. Er hilft und führt aus dem allem heraus. (Christoph Blumhardt)