Psalm 2,2
Andachten
“Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen mit einander wider den HErrn und Seinen Gesalbten.“
Das ist auf eine Zeit allgemeiner Auflehnung gesagt. Unter „Könige“ muss man übrigens sich nicht solche denken, wie sie jetzt sind, sondern das sind so kleine Fürsten, wie sie im Morgenland heute noch sind. Vor Alters haben die „Herren“ gleich den Namen „Könige“ bekommen; alle souveränen Menschen, d. h. solche, die unumschränkt befehlen können, sind Könige. Nun diese, heißt es, lehnen sich auf wider den HErrn. Das ist geschehen und kann auch wieder geschehen, ja es geschieht in unsrer Zeit. Nicht bloß die Oberen tun's oft, sondern alle. Denn heutzutage ist Jeder ein König; Keiner lässt sich etwas gefallen, Jeder meint, er sei's, Jeder ist souverän, und wehe dem, der ihm widerspricht! Keiner gibt sich in den anderen; Alle wollen herrschen, auch im Staate, und Jeder meint, er verstehe sich grad' so gut darauf, wie der König und der Kaiser. Und nicht nur das: auch der Heiland gilt nichts; sie wollen auch über Ihn sich erheben. Nun da tun sie sich zusammen und ratschlagen wider den Heiland. Den wollen sie eben weg haben; und da ist's bei ihnen, wie eine Anklage wider Gott, dass Er Ihn der Welt zum Heiland und König gegeben hat. Namentlich zur letzten Zeit machen. sie es so. Aber der HErr hat einen sicheren Thron, und wenn Er aufwacht und aufsteht, ist Er in einem Augenblick mit ihnen fertig. Das wird man wohl bald inne werden. (Christoph Blumhardt)