Psalm 28,6
Andachten
Gelobt sei der HErr, denn Er hat erhört die Stimme meines Flehens. Der HErr ist meine Stärke und mein Schild, auf Ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen; und mein Herz ist fröhlich, und ich will Ihm danken mit meinem Liede.
Hier lernen wir, was da sei die Frucht eines gläubigen Gebets, nämlich: die innerliche geistliche Freude und Friede des Herzens und Gewissens, welches ist das Reich GOttes. Was kann uns unser lieber GOtt besseres geben wenn wir beten, denn Sein Reich? Wir lassen uns dünken, wenn Er uns dasjenige nicht gibt, was wir in zeitlichen Dingen von Ihm bitten, Er habe uns nicht erhört, und habe unser vergessen. So spricht denn unser lieber GOtt: Ach, mein Kind sei zufrieden, ich will dir das ganze Reich GOttes dafür geben, das soll dir besser sein, denn alles Zeitliche. Wenn du aber das Reich GOttes hast, so wird dir das Zeitliche auch zufallen.
Hier beschreibt der liebe David die Früchte seines Gebets: Der HErr ist meine Stärke, das empfinde ich an Leib und Seele, denn wenn ich bete, so stärke ich mich. Der HErr gibt Kraft den Schwachen und Stärke genug den Unvermögenden, Jes. 40, 29. Er ist auch mein Schild, der mich bedeckt vor so manchen giftigen Pfeilen des Teufels und der Welt, dass sie mir nicht schaden können. Das kann alles durchs Gebet abgewendet werden. Man sollte doch dafür nicht ein zeitlich Gut nehmen. Auf Ihn hofft mein Herz. Die Hoffnung wird durchs Gebet gestärkt, und sie ist eine solche Kraft des Herzens, die fest an GOtt und dem Ewigen hängt, und das Herz immer tröstet mit dem ewigen Leben. Darum nennt Paulus die Hoffnung einen Helm des Heils. Mir ist geholfen. Das ist ein Wort des Glaubens, dass man mitten im Kreuz ja im Tode sagt: GOtt hat mir geholfen und ist bei mir mit Seiner Hilfe. Diese Glaubenskraft sehen wir auch an allen Heiligen im A. und N. Testament. Die Propheten glaubten so gewiss an die Zukunft des Messias, dass sie sagten: „Der Sohn ist uns gegeben, ein Kind ist uns geboren.“ Ja „,Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.“ Ja, „wir sind schon durch Seine Wunden geheilt;“ und war wohl noch acht hundert Jahre dahin; dennoch war es bei ihnen so gewiss, als wenn es schon geschehen wäre. Im Neuen Testament sagt der Glaube auch also: Ich bin schon erhört, mir ist schon geholfen, ich bin bereits selig, bin ein Erbe und Kind GOttes; und das wird nun bald erscheinen, 1 Joh. 3, 2. Darauf folgt: „Mein Herz ist fröhlich, und ich will Ihm danken mit meinem Liede.“ Das macht ein fröhlich Herz, wenn man im Glauben der ewigen Seligkeit gewiss ist. Es ist aber eine geistliche Freude, die aus dem Heiligen Geist kommt, und ist das Reich GOttes in uns, ein Vorschmack des ewigen Lebens. (Johann Arnd)