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Psalm 119,130

Psalm 119,130

Andachten

Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreut es und macht klug die Einfältigen.
Der ganze lange 119te Psalm handelt von der Köstlichkeit des Wortes Gottes. David kann es nicht genug aussprechen, was er dem geoffenbarten Wort Gottes verdankt. Man sollte glauben, dieser Psalm habe etwas Eintöniges, weil in jedem Vers ungefähr dasselbe gesagt wird; und doch ist für Liebhaber des göttlichen Wortes dieser Psalm gerade einer der erbaulichsten. Man kann so recht zu Allem Ja und Amen sagen, was hier aus Davids Herzen kommt, wenn man selber recht erfahren hat: Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elende. Freilich haben viele Menschen eine Bibel, aber sie liegt vor ihnen, wie ein verschlossenes Buch, weil das Herz. dieser Menschen noch verschlossen ist. Der irdische Sinn, in dem sie dahin gehen, macht sie unempfänglich für das Köstliche, das Gott in seinem Wort niedergelegt hat. Ist einem Menschen aber einmal die Decke weggezogen werden von dem Gewissen, so kann er auch schmecken und sehen, was er hat an dem teuren Schatz des Wortes Gottes. Er macht dann die Erfahrung, die hier David ausspricht: Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreutes und macht klug die Einfältigen. Gottes Wort wird offenbar, wenn es Geist und Leben in uns wird und aus der äußern Schale ein himmlischer Kern uns mitgeteilt wird, der den ganzen inwendigen Menschen stärkt und erquickt. Zu den seligsten Augenblicken im Leben gehören gewiss zuerst die, welche uns rechte Lebenseindrücke von dem göttlichen Wort geben. Man hat Märtyrer gesehen, die in der Stunde, wo sie Abschied nahmen von der Erde, sagten, was ihnen das Leben am liebsten gemacht hätte, sei das süße Gotteswort gewesen. Dasselbe Wort, sowie es erfreut, wenn es offenbar wird, macht klug die Einfältigen. Ein Mensch ohne alle gelehrte Bildung bekommt durch fortgesetztes Lesen der Heiligen Schrift einen ganz andern Verstand und ein viel gesunderes Urteil, als zur Zeit, wo er noch nicht mit dem göttlichen Wort bekannt war. Die Bibel ist die reinste Quelle der Weisheit; wer hingegen seine Weisheit außerhalb dem Bereich des göttlichen Wortes sucht, der fällt in gelehrte Verrücktheiten; wir haben von solchen Monstrositäten nur zu viele Beispiele. Gott gebe uns erleuchtete Augen des Verständnisses, und je mehr wir brauchen für unser Herz, je mehr werden wir auch finden für unsern Verstand; die Bibel ist die Schatzkammer Gottes, und je tiefer man eindringt in diese Schatzkammer, je unerschöpflicher werden die Kostbarkeiten, die vor uns liegen. (Friedrich Lobstein)


**Wenn dein Wort offenbar wird, so erleuchtet es und macht klug die Einfältigen. **
Das Wort erleuchtet die Seele, sobald es ihr offenbar wird; welches Licht wird es erst geben, wenn es dauernd in ihr wohnt! Aber das Wort muss wirklich in die Seele eingehen, sonst kann es sie nicht erleuchten. Das bloße Hören mit dem äußern Ohr hilft nicht viel; aber wenn das Wort Gottes wirklich in die Kammer deines Herzens eingeht, dann verbreitet es Licht nach allen Seiten. Das ist Gottes Werk; er allein kann seinem Wort Eingang verschaffen; die Gnade muss die Herzenstür auftun. Manchmal verwehren Hochmut, Vorurteile oder Gleichgültigkeit dem Wort den Eingang; aber wo rechtes Aufmerken ist, da folgt gewiss auf die Erkenntnis auch Erleuchtung. Das Wort macht die Einfältigen klug. Die Aufrichtigen sind die rechten Schüler des Worts. Ihnen gibt es nicht nur Erkenntnis, sondern auch Verstand. Die Einfältigen werden oft verachtet und man gibt dem Wort einfältig eine schlimme Nebenbedeutung. Aber was tut's? Die, welche die Welt als Toren brandmarkt, sind oft die wahrhaft Weisen, von Gott Gelehrten. Welch göttliche Kraft liegt doch in Gottes Wort, dass es nicht nur Licht gibt, sondern auch dem Geist die Augen schenkt, mit denen er das Licht sehen kann. „Es macht klug die Einfältigen.“ Ja, so ist es. Selbst Ungebildete und Unbegabte werden in der Schule des göttlichen Wortes so „klug“, dass die Weisen dieser Welt gegen sie nur Narren sind. (Charles Haddon Spurgeon)

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