Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Altes Testament » Psalter » Psalm 10,17

Psalm 10,17

Psalm 10,17

Andachten

Das Verlangen der Elenden hörst Du, HErr; ihr Herz ist gewiss, dass Dein Ohr darauf merkt; dass Du Recht schaffst den Waisen und Armen, dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.
Dies ist ein überaus herrliches Zeugnis von der Erhörung unseres Gebetes, welches uns nicht allein aufwecken soll zum Gebet, dass wir mit aller Zuversicht beten; sondern es soll uns auch in unserm Gebet ein wahrhaftiger Trost sein, dass GOtt unser Gebet, wenn's aus elendem und betrübtem Herzen geht, nicht verschmähe. Darum spricht hier der Psalm: Ihr Herz ist gewiss, dass Dein Ohr darauf merkt. Woher können aber die Gläubigen des gewiss sein? Antwort: Durch den Heiligen Geist, der das Gebet in uns wirkt, und das heilige Verlangen in uns anzündet, als ein Geist der Gnaden und des Gebets. Und dadurch gibt er Zeugnis unserm Geist, dass wir GOttes Kinder sind. Ja, er seufzt in unserm Herzen; und daher sind wir gewiss versichert, dass GOtt unser Gebet erhört. Denn wie sollte GOtt die Seufzer Seines Heiligen Geistes in unserm Herzen nicht hören! Der Heilige Geist macht das Herz nicht zweifelhaft, sondern gewiss; denn er ist ein gewisser Geist, er ist GOttes Siegel.

Es ist auch dieser Spruch ein herrlicher Trost wider die Schwachheit des Glaubens, dass auch GOtt das Verlangen des Herzens gnädig ansehe. Das Verlangen ist eine Frucht des Heil. Geistes, und ist das Sehnen derer nach GOtt, die des Geistes Erstlinge empfangen haben, und ist das glimmende Döchtlein, das GOtt nicht auslöschen wird denn auch das Sehnen und Verlangen nach dem Glauben ist auch ein Glaube. Die Frucht aber eines solchen heiligen Verlangens und einer solchen gewissen Zuversicht zu GOtt ist, wie hier der Beschluss des. Psalmes lautet: „dass Du Recht schaffst den Waisen und Armen, dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.“ Hier werden die Gottlosen mit ihrer Gewalt spöttisch Menschen genannt, und wird ihre menschliche Schwachheit und Nichtigkeit und ihr großer Trotz gegen einander gehalten. Was ist nun ein Mensch, wenn er noch so sehr trotzt! Er ist Fleisch. Und alles Fleisch ist wie Heu, das verdorrt, Jes. 40,6. Darum spricht der Psalm 56,5.: Ich will auf GOtt hoffen, und mich nicht fürchten, was soll mir Fleisch tun! (Johann Arnd)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/19/psalm_10_17.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain