4. Mose 23,19
Andachten
Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten.
Wer wird dem König misstrauen und an einem Fürstenwort zweifeln? Jemand hat sehr richtig gesagt: „Wenn die Wahrheitsliebe aus aller Menschen Herzen verbannt wäre, so müsste sie doch in den Herzen der Könige wohnen.“ Schande einem König, der lügt. Den ärmsten Bettler auf der Straße entehrt es, wenn er sein Wort bricht, aber was würde man von einem König sagen, auf dessen Wort man sich nicht verlassen könnte? O Schande über uns, wenn wir vor dem Thron des Königs von Himmel und Erde ungläubig dastehen! Wenn wir Gott in seiner Herrlichkeit auf seinem Gnadenthron sehen, wagt dann unser Herz zu sagen, dass wir ihm nicht trauen? Meinen wir etwa, er könne oder wolle sein Versprechen nicht halten? Weg mit solch lästerlichen Gedanken! Vor allen Dingen, gib ihnen keinen Raum, während du betest und also in Gottes unmittelbarer Gegenwart bist. Da, wenn irgendwo, ist doch der Ort, wo das Kind seinem Vater, der treue Untertan seinem König trauen darf; darum sei alle Unsicherheit und alles Misstrauen ferne von uns. Unerschütterlicher Glaube muss uns erfüllen, wenn wir dem Thron der Gnade uns nahen. (Charles Haddon Spurgeon)
„Gott ist nicht ein Mensch, dass Er lüge, noch ein Menschenkind, dass Ihn etwas gereue. Sollte Er etwas sagen und nicht tun? sollte Er etwas reden, und nicht halten?“
Da ist das vorausgesetzt, dass Gott geredet habe mit Israel und, sofern dieser Spruch eine Weissagung ist, auch geredet habe im Neuen Bund nach Hebr. 1, 1. Das Judentum und Christentum beruht auf einer Offenbarung d. h. auf einem Reden Gottes, das er die Menschen hat vernehmen lassen. Wer dieses glaubt, steht Gott nahe, wer das für eine Unmöglichkeit oder für eine Dummheit hält, wie's heutzutage oft gesagt wird, der steht dem lieben Gott ferne. Der eine ist ein Christ, der andere ist kein Christ. Wenn ich aber einmal glaube, dass Gott gesprochen hat, so muss ich auch glauben, dass es Wahrheit ist, was er gesprochen hat. In Seinen Reden kann Er nicht lügen und in Seinen Zusagen kann Er nicht etwas sagen, das Ihn hintendrein reut. Er kann nur etwa Drohworte fallen lassen, die Ihn nachher reuen, d. h. die Er nachher wieder zurücknimmt, weil die Bedrohten umkehren und Buße tun. Aber über Seine Verheißungen kann Ihn nie eine Reue ankommen. Deswegen gilt was in der Schrift von Reden und Bezeugungen Gottes steht. Was Er gesagt hat von Gutem, das Er tun wolle, kann Ihn nicht reuen, Das müssen wir glauben. Dadurch ist Abraham so groß und ein Liebling Gottes geworden, dass er alles geglaubt hat, was Gott sagte. Zum Beispiel, ungeachtet er bis ins Alter keinen Sohn hatte, glaubt er was Gott sagte, dass er Kinder bekommen werde so zahlreich, wie der Sand am Meer, wie der Staub auf Erden, wie die Sterne am Himmel. Das wird ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Ans Wort sich halten, weil es Gott gesagt hat, das ist unsere Stärke, so dass es uns gut geht durch Not und Tod. (Christoph Blumhardt)