Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach Seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt.
Die Menschen müssen neue Herzen bekommen, von Neuem geboren und neue Kreaturen werden, hernach aber immerhin sich im Geist ihres Gemüts erneuern, und den neuen Menschen anziehen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Solche Menschen nun dürfen eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt, nach der Verheißung Gottes warten. Die Entstehung dieses neuen Himmels und dieser neuen Erde wird Offenb. Joh. 21,1. beschrieben, und daselbst, wie auch 2 Petr. 3., mit dem jüngsten Tag und der herrlichen Zukunft des HErrn verbunden. Was es mit dem ersten Himmel für eine Bewandtnis habe, können wir so eigentlich nicht wissen, von der ersten Erde aber ist uns bekannt, dass sie um der Sünde willen von Gott verflucht, und durch die Sündflut verderbt worden, wie es dann unglaublich ist, dass Gott, dessen Werke schön und ordentlich sind, schon bei der Schöpfung den Erdboden so unförmlich, wie er jetzt aussieht, gemacht habe. Wir können’s also leicht begreifen, dass Gott Ursachen genug habe, wenn die Gerechten verklärte Leiber haben, und eine vollkommene Wonne genießen werden, die erste Erde vergehen, und eine neue entstehen zu lassen; es wird auch der erste Himmel, weil er zu den großen Absichten Gottes zu schlecht ist, vergehen, und ein neuer dargestellt werden. Auf der ersten Erde geht sehr viel Ungerechtigkeit im Schwang. Auch ist die Kreatur wider ihren Willen, aber auf Hoffnung, der Eitelkeit, das ist einem Dienst, der sie verzehrt, unterworfen: in dem neuen Himmel aber und auf der neuen Erde wird Gerechtigkeit wohnen. Keine Sünde wird da begangen werden, kein Geschöpf wird das andere beleidigen und verderben, und keines wird dem Willen Gottes widerstreben: und deswegen werden dieser neue Himmel und diese neue Erde niemals veralten und vergehen.
Lasst uns hierbei die Ermahnung Petri zu Herzen nehmen, der 2 Petr. 3,14. sagt: darum meine Lieben, weil ihr auf den neuen Himmel und auf die neue Erde warten sollt, so tut Fleiß, dass ihr vor dem HErrn unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Wessen Natur innerlich rein geworden ist durch die Heiligung des Geistes, derselbe ist unbefleckt, und wer nicht nur in Ansehung des neuen Sinnes, den er bekommen hat, sondern auch in Ansehung der vorhergegangenen Vergehungen keinen Tadel oder Vorwurf mehr bekommt, ist unsträflich. Beides zusammen versetzt den Menschen in einen tiefen Frieden, in eine süße Ruhe, in eine feste Wohlfahrt. Jetzt sind noch nicht alle Flecken bei uns abgetan, wir sollen aber danach ringen, dass sie immer völliger und bei dem Übergang in die Ewigkeit vollkommen abgetan werden. Je mehr solches geschieht, desto gewisser werden wir allem gerechten Tadel oder aller rechtmäßigen Anklage entgehen; wenn aber jetzt auch wegen der vorigen Ungerechtigkeit und der noch übrigen Mängel eine Anklage wider uns entstehen will, so sollen wir bußfertig und gläubig zu dem Gnadenstuhl Christi und der Liebe des Vaters unsere Zuflucht nehmen. Geheiligte und Gerechtfertigte sind es also, welche auf den neuen Himmel und auf die neue Erde mit einer heiteren Hoffnung warten dürfen. (Magnus Friedrich Roos)
Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welcher Gerechtigkeit wohnt. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so tut Fleiß, dass ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet.
Wer auf Christum traut, der kann gute Hoffnung haben. Es wird der HErr durch seine Macht die Zeit kommen lassen, wo es heißt: siehe, ich mache Alles neu. Er wird das Sehnen der Kreatur erhören und wird sie erlösen von der Eitelkeit, von dem Dienste des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Minder Gottes. Er kann ihm Alles untertänig machen, alle Elemente, alle Kräfte und Gesetze des Himmels sind in seiner Hand; darum wenn uns die Eitelkeit anfängt lästig zu werden, und wir sehnen uns nach einer unvergänglichen Behausung und wünschen heim zu kommen aus dieser Fremde in das wahre Vaterland, aus dieser Wüste in das verheißene Kanaan, dann lasst uns auf ihn sehen, den Anfänger und Vollender, der Alles hinausführen wird nach seiner herrlichen Macht; lasst uns hinsehen auf die neue Stadt, in die wir, so wir hier aushalten im Glauben, gewiss eingehen werden, und die Jesus Christus, der HErr der Natur, nach seiner Macht und Herrlichkeit erbauen wird! Nur immer treuer, nur immer liebevoller, nur immer einfältiger gegen ihn, dann werden wir gewiss eingehen durch die Tore der Stadt und werden zu essen bekommen von dem Holz des Lebens, und sein Name wird auf unserer Stirne sein. (Ludwig Hofacker)
Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach Seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt.
So schrecklich der Tag beginnen wird, wenn die Himmel zergehen mit großem Krachen und die Erde und ihre Werke verbrennen, so herrlich wird er enden, denn Himmel und Erde sind Gottes Werk, und Er wird Sein eigen Werk nicht vernichten. Als Er am sechsten Tage ansah alles, was Er gemacht hatte, siehe, da war es sehr gut. Aber die Sünde hat es alles in den Dienst des vergänglichen Wesens gezogen. Das hat nun ein Ende; auch die Kreatur wird frei werden von dem Dienste der Eitelkeit, und Himmel und Erde werden erneuert werden. Wie das geschehen wird, und welcher Art die neue Welt sein wird, das sagt der Apostel nicht, wir würden es auch doch nicht begreifen. Er sagt nur das Eine, dass in ihr Gerechtigkeit wohnt, und das ist genug, um uns mit Sehnsucht danach zu erfüllen. Denn darin liegt die Gewissheit, dass auch aller Jammer entschwunden sein wird, mit welchem die Ungerechtigkeit die gegenwärtige Welt überschwemmt. Und wo die Gerechtigkeit wohnt, da wohnt auch der Friede, der ewige selige Gottesfriede; wo keine Sünde mehr ist, da ist auch keine Anfechtung, kein Kampf und kein Streit, kein Schmerz und kein Geschrei, keine Not und kein Tod. Der HErr wird unser Gott sein, und wir werden Sein Volk sein, und wie in dem Tautropfen die Sonne sich spiegelt, so wird aus den Kindern Gottes hervorleuchten die Herrlichkeit des HErrn, und sie werden Ihm opfern im heiligen Schmuck. Das ist Seine Verheißung, und was Er zusagt, das hält Er gewiss.
HErr, Du großer Gott, Du hast uns berufen zu Erben Deiner ewigen Freuden - welche Seligkeit ist das! Aber auch welcher ewige Jammer und Herzeleid, wenn wir durch die törichte Liebe dieser vergänglichen Welt um unser ewiges Erbe betrogen werden! Das wollest Du in Gnaden abwenden, unsere Augen austun, dass wir sehend werden, und uns ein weises Herz geben, dass wir achten auf Deine Worte und Werke und also bereit sein mögen, Christum in Seiner Wiederkunft zum jüngsten Gericht mit Freuden zu empfangen. Amen. (Hermann Haccius)