====== Römer 3,20====== =====Andachten===== **Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.**\\ Das Gesetz, das Gott auf dem Berge Sinai gegeben hat, kann uns nicht Freiheit bringen; es gebiert zur Knechtschaft und macht uns immer klarer, wie mächtig die Sklaverei der Sünde über das gebundene Menschenherz ist. Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. In den heiligen zehn Geboten wird uns ein Bild des Gotteskindes vorgestellt, wie es nach dem Ebenbilde des himmlischen Vaters geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Wer ganz nach des Herrn Geboten wandeln will, muss Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele und von ganzem Gemüte lieben können. Er kennt keinen Andern, dem er sich hingibt, als den Vater im Himmel allein, danach trachtet er, dass er seinen Namen ehre und einmal in den ewigen Sabbat, in die ewige Ruhe eingehen möge. Und wer ganz in den Geboten Gottes wandeln will, muss auch den Nächsten lieben, als sich selbst. Was in Taten und Worten und Gedanken dem Bruder wehe tun kann, davon wendet sich das Gotteskind ab, und wendet sich dem zu, was dem Nebenmenschen lieb und segensvoll ist. So sollst du sein, wenn du das Gesetz erfüllen willst. Und nun sieh dich einmal an. Das Gesetz hält uns einen Spiegel vor, in dem wir uns beschauen können, welche Gestalt wir eigentlich haben. Wie steht's mit der völligen Liebe zu Gott? Gleich hier müssen wir vor uns selbst erschrecken, dass unser Aussehen so jämmerlich ist. Die Ehre, die wir ihm und seinem Namen geben sollen, haben wir ihm genommen und uns selbst oder Andern gegeben. Die Ruhe, die dem Volke Gottes vorhanden ist, vergessen wir und stürzen uns in die jämmerliche Unruhe dieser Erde. Wie steht's mit der Nächstenliebe? Ach, unsre Gestalt erscheint auch hier nicht besser! Die Taten der Liebe machen oft den Taten kalter Herzlosigkeit Platz; die Worte unsres Mundes sind oft nicht wie milder Balsam, sondern wie tätliches Gift; in den Gedanken wohnt oft nicht himmlischer Friede, sondern böse Begierde. Das alles zeigt uns das Gesetz, wenn wir es ehrlich ansehen. Lass dir durch die Gebote Gottes deine Sünden zeigen! Lasst uns beten: Du heiliger, ewiger Gott! Erleuchte unsre Augen, dass wir verstehen lernen, was Deine heiligen Gebote uns sagen. Schreibe es uns recht tief in die Seele hinein, dass wir Sünder sind. Ach, wir haben Deines Namens Ehre nicht heilig gehalten und haben die selige Ruhe im Himmel oftmals vergessen. Unser Tun gegen den Bruder war gar manches Mal kein freundliches Tun, und unsre Worte waren nicht Worte der Brüderlichkeit, und in unsren Gedanken wohnte viel arge Lust. Halte uns immer Dein Gesetz vor Augen, lass uns auch heute mit hellen Blicken den großen Abgrund der Sünde erkennen, darinnen wir gewandelt sind. Amen. (Wilhelm Hunzinger) =====Predigten===== {{tag>Hunzinger_Wilhelm_Andachten}}