======Psalm 106,47====== =====Andachten===== „**Hilf uns, Gott, dass wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob.**“\\ Es ist keine Frage, eins der niedrigsten Laster ist der Undank. Ein Vers sagt: „Ein dürrer Acker, der nicht tragt, eine stumme Glocke, die nicht schlägt, ein Dornenstrauch ohne Frucht, ganz wild, das ist der Undankbaren Los.“ Ein Mensch, der für genossene Wohltat kein Bedürfnis des Dankes fühlt, ist einer der ärmsten, der hoffnungslosesten Menschen. Den strafbaren Knecht, der je in seinem Leben den Wohltäter vergessen konnte, welcher in seinen Kerker herabstieg, keine Schmach, keine verpestete Luft sich schrecken ließ, um seine Ketten zu brechen und ihn heraus zu führen an das milde, helle Tageslicht, - wir verachten ihn von Herzen. Der strafbare Knecht aber ist der Mensch, und der Gottessohn ist Der, welcher in unsern Kerker herabstieg, mit unserem Aussatz und mit unserer Krankheit die Gemeinschaft nicht scheute, nur darum, dass er unsere Ketten bräche und uns herausführte an das reine Leben im Lichte Gottes. Wie oft haben wir wohl Gott gedankt für die Sendung seines Sohnes in die Welt! Wie oft haben wir ihm gedankt für unsere Gesundheit, die doch goldner ist als Gold, und für unsere Aufnahme in sein Gnadenreich durch das Sakrament der Taufe! - Wir hätten Gott gedankt für seine Gaben? Ach, wir denken nicht einmal daran! Keine Tugend ist seltener in der Welt, als die Dankbarkeit, kein Laster ist allgemeiner, als der Undank, so schwarz er auch ist. Und wir wollten noch zürnen, wenn wir die Geschichte von den zehn Aussätzigen lesen, dass aus zehn nur einer wieder gekommen, der Dank gesagt? wollten auf Andere zürnen, wenn sie undankbar gegen uns sind? Nimmermehr! Christlich ist's, der zugefügten Beleidigung bald, der Wohltaten aber nimmer vergessen. Erlebst du es selbst, dass Undank der Welt Lohn ist, werde nicht müde im Lieben, wie Gott nicht müde wird im Lieben gegen dein undankbares Herz. Wolle kein besseres Los in der Welt haben, als dein Jesus gehabt. Wie du um Dankes willen nicht ansängst, so sollst du auch um Undanks willen nicht aufhören Gutes zu tun. Die Liebe wird nicht müde, sie ist wie ein guter Baum, der Frucht über Frucht gibt, auch Dem, der ihn rüttelt und schüttelt. Was die Erde nicht erkennt, das belohnt der Himmel. - Werde du nur selbst recht dankbar gegen deinen Herrn, und vergiss bei keiner Sünde, was es ihm kostet, deine Sündenschuld zu tilgen, vergiss nie, dass Umkehr der beste Dank ist. Preise Gott mit Mund und Herzen, im Leben und im Leiden. Alles, was in dir ist, lobe den Herrn. Und stehe Ihn täglich an: Hilf uns, Gott, dass wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob, damit du mit jenem Frommen sprechen lernst: „Was ich habe, dafür danke ich Gott; und was ich nicht habe, - da danke ich Gott, dass ich es nicht bedarf.“ Amen. (Christian Wilhelm Spieker) =====Predigten===== {{tag>Spieker_Christian_Andachten}}