======Lieder zu Psalm 137====== =====Wolfgang Dachstein===== AN wasserflüssen Babilon\\ da sassen wir mit schmertzen,\\ Als wir gedachten an Zyon,\\ da waynten wir von hertzen;\\ Wir hengten auff mit schwärem mut\\ die Orglen und die harpfen gut\\ an jre böm der weyden,\\ die drinnen seind in jrem land;\\ da mußten wir vil schmach und schand\\ täglich von jnen leyden. Die uns gefangen hielten lang\\ so hart an selben orten,\\ Begerten von uns ain gesang\\ mit gar spötlichen worten,\\ Und suchten in der traurigkait\\ ain frölich gsang in unserm layd;\\ Ach lieber, thund unns singen\\ ain lobgesang, ain liedlin schon\\ von den gedichten auß Zion;\\ das förlich thut erklingen! Wie sollen wir in solchem zwang\\ und ellend yetz vor handen\\ Dem Herren singen sein gesang\\ so gar in frembden landen?\\ Hierusalem, vergiß ich dein,\\ so wölle Gott der ghrechen mein\\ vergessen in meim leben;\\ Wann ich nitt dein bleyb ingedenck,\\ mein zung sich oben ane henck\\ und bleyb an rachen kleben. Ja wann ich nit mit gantzem fleyß,\\ Hierusalem, dich eere,\\ Im anfang meiner fröden preyß\\ von yetz und ymmer mere!\\ Gedenck der kinder Edom sehr\\ am tag Hierusalem, O Herr,\\ die inn jr boßhait sprechen:\\ Reyß ab, reyß ab, zu aller stund!\\ vertilck sy gar biß auff den grund,\\ den boden wöll wir brechen! Du schnöde tochter Babilon,\\ zerbrochen und zerstöret!\\ Wol dem, der dir wirt gen den lon\\ und dir das wider köret,\\ Dein übermut und schlackhait groß,\\ und mißt dir auch mit solcher maß,\\ wie du uns hast gemessen!\\ Wol dem der deine kinder klain\\ erfaßt und schlecht sy an den stain,\\ damit dein werd vergessen! {{tag>Dachstein_Wolfgang_Lieder }}