Diese Seite ist nicht editierbar. Sie können den Quelltext sehen, jedoch nicht verändern. Kontaktieren Sie den Administrator, wenn Sie glauben, dass hier ein Fehler vorliegt. ======Johannes 6,63====== =====Andachten===== **Die Worte, die Ich rede, die sind Geist und sind Leben.**\\ Der HErr Jesus hatte in der Schule zu Capernaum von Sich selbst als dem **Brot des Lebens** geredet, und V. 51. gesagt: **das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch, welches Ich geben werde für das Leben der Welt.** Da zankten die gegenwärtigen Juden untereinander und sprachen: wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? V. 52. Der HErr Jesus wiederholte und bestätigte aber Seine Worte, und redete hernach nicht nur von dem Essen Seines Fleisches, sondern auch vom Trinken Seines Blutes, und behauptete, dass Beides zur Empfahung des geistlichen Lebens und zur innigen Vereinigung mit Ihm höchst nötig sei, ja dass sich die heilsame Wirkung davon bis auf die Auferweckung des Leibes aus dem Grab erstrecke. Viele nun Seiner Jünger, die das hörten, sprachen: das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Da Jesus aber bei Sich selbst merkte, dass Seine Jünger darüber murrten, sprach Er zu ihnen: ärgert euch das? Wie, wenn ihr dann sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da Er zuvor war? Werdet ihr nicht alsdann von Meinem Fleisch und Blut und von dem Essen und Trinken derselben ganz andere Vorstellungen bekommen? Der Geist ist dasjenige, das lebendig macht; Fleisch ist zu diesem Zweck kein nütze. Wenn Ich also Mich das Brot des Lebens genannt und demjenigen, der Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt V. 54., ewiges Leben verheißen habe, so habe Ich nicht gemeint, dass ihr Mein Fleisch als ein (sichtbares fühlbares) Fleisch essen sollt: die Sachen, die Ich euch sage, sind Geist und Leben. Man isst also Mein Fleisch, insofern es durch die Erhöhung und Verklärung, welche bei Meiner Himmelfahrt vollendet werden wird, geistlich, folglich auch lauter Leben geworden ist, und ebenso verhält es sich auch mit Meinem Blut. Hieraus erhellt, dass der HErr Jesus nicht von der Zueignung Seines verdienstlichen Todes, welche durch den Glauben geschieht, in diesem Kapitel geredet habe, sondern dass er Sein Fleisch im eigentlichen Verstand nach seinem Wesen betrachtet, und so auch Sein wesentliches Blut als einen Gegenstand des Essens und Trinkens vorgestellt habe, weil Er auch auf die Verwandlung, welche damit bei Seiner Himmelfahrt vorgehen werde, berufen hat, nach welcher das Fleisch nimmer Fleisch, sondern Geist und Leben, das ist ein geistlicher und lebendigmachender Leib sein werde, wovon doch schon bei dem ersten Abendmahl ein Vorspiel vorhanden war. Ob nun gleich dieses die wahre Auslegung der Worte Jesu ist, so ist doch auch wahr, dass Seine **Worte** lebendig und kräftig seien (Hebr. 4,12.), dass das Evangelium eine Gotteskraft sei, welche Alle selig macht, die daran glauben (Röm. 1,16.), und dass dieses sich dadurch von allen, auch von den wahren Menschenworten, unterscheidet, dass es in denen, die es glauben, übernatürlich wirksam ist (1 Thess. 2,13.), und es deswegen 1 Petr. 1,23.25. ein unvergänglicher Samen, aus dem man wiedergeboren werde, ein lebendiges und ewig bleibendes Wort genannt werde. Alles dieses wird deswegen von dem Wort Gottes gesagt, weil der ewige Geist Gottes durch dasselbe wirkt. (Magnus Friedrich Roos) ---- **Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.**\\ Es ist ein verkehrtes Flehen, voll Geistes werden zu dürfen, wenn wir nicht im Worte Gottes bleiben. Sobald wir aber tief eingewurzelt sind in dem heiligen Boden der Schrift, können wir „Gott wohlgefällig“ beten. Unser Flehen fließt aus den köstlichen göttlichen Verheißungen, der Herr legt sein Wort in unseren Mund. Da sind wir also der Erhörung von vornherein gewiss. Die persönlichen Erfahrungen können nicht ausbleiben. Der Geist kommt über uns, in uns hinein, durchströmt Geist, Seele und Leib, weil der Herr mit Seinen Worten in uns eingeht. Wir dürfen kein bequemes Christentum suchen. Das wahre Geistesleben bedarf der treuen Pflege nicht weniger als das Leibesleben. Im Geiste zu leben und im Geiste zu wandeln, ist unsere beständige Pflicht. Mattigkeit und Dürre treten ein, wenn der Geistesregen ausbleibt, er kann sich aber nicht so ohne weiteres einstellen, er will erbeten sein. Willst du also immer frisch und grünend, immer wohl bewässert, stets voll Leben und voll Geistes sein, so lass nur Gottes Wort deine Sonne und dein Lebensbrunnen bleiben. Verwundere dich nicht über das Offenbarwerden der Höllenmächte bei Personen, die aufhören, in der Schrift zu leben. Satan lauert stets auf unsere Seelen. Er wird stets einen Vorteil über uns gewinnen, wenn wir uns im Lesen und Hören träge finden lassen. Überwinden ist der Christen Los auf Erden. Bleibe im Wort und im Gebet, so bleibst du auch im Geiste. Wort und Geist sind untrennbar beisammen. (Markus Hauser) ---- **Der Geist ist's, der da lebendig macht.**\\ Zu den vielen Krankheiten, an denen die Kirche, insonderheit in unsern Tagen leidet, gehört ohne Zweifel auch die jämmerliche Verkennung des Wesens und Werkes des Heiligen Geistes. Wie ist's möglich, dürfen wir wohl fragen, dass ein Mensch, der einigermaßen sich selbst erkannt hat, auch nur einen Augenblick an der völligen Unentbehrlichkeit desselben zur geistlichen Erneuerung zweifeln kann? Wir können es ja vor einander nicht verbergen, dass wir durch die Sünde das wahrhafte Leben aus Gott verloren haben, und dass ein geistlich Toter es niemals sich selbst wiedergeben kann. O, ich weiß es wohl, du hast deinen gesunden Verstand, dein ruheloses Herz, dein redendes Gewissen; aber dieser Verstand ist durch die Sünde verfinstert, aber das Herz hängt so fest an seinen Götzen, aber das Gewissen offenbart dir in deinem Innern deine Schuld, und nicht Gottes Gnade in Christo. Es ist erstaunlich, wie stumpfsinnig sogar der schärfste Verstand sich zeigen kann, wo es auf die Unterscheidung geistlicher Dinge ankommt; wie hart auch das weichste Herz sein kann, wo ihm die höchste Liebe Gottes in Christo verkündigt wird. Eure Ohren können wir ja erreichen, aber wie soll man eure Herzen ich sage nicht für einen Augenblick rühren, sondern wirklich für Jesus gewinnen? Wir können euch Tränen entlocken, aber wie sollen wir die Eiskruste dadrinnen vor den Sonnenstrahlen der ewigen Wahrheit zum Schmelzen bringen? Wir können auch wie Johannes der Täufer hinweisen auf das Lamm der Versöhnung, ja wir können dich obendrein bei der Hand fassen, um euch mit sanftem Liebesdrange zu Jesus zu leiten; aber euch wirklich zu seinen Füßen zu bringen, euch wirklich zur Ruhe zu bringen an seinem Herzen, euch nach seinem Bilde zu erneuern - ach, dazu ist menschliches Vermögen zu gering, und uns bleibt nichts andres übrig, als euch, wie auch Johannes tat, auf einen hinzuweisen, von dem wir in höherem Auftrage euch verkündigen: dieser ist's der mit dem Heiligen Geiste taust! Ja, er selbst muss an euch tun, was er am ersten Passahabend an seinen Jüngern tat, als er sie anblies und zu ihnen sprach: Nehmt hin den Heiligen Geist! Aber was er tun kann und tun muss, das tut er auch, und vergeblich möchte ich versuchen, euch die ganze Herrlichkeit des neuen Lebens zu schildern, welches der Geist im Herzen des Sünders hervorruft: der schönste Frühlingstag, der nach dem strengsten Winter erschien, ist im Vergleich zu diesem Leben nichts. Noch immer wiederholt sich in der kleinen Welt in unserm Innern die Schöpfungsgeschichte, wie sie auf dem ersten Blatt der Bibel erzählt ist. Zuerst ist dadrinnen noch alles unruhig, nebelhaft, dunkel; aber die vorbereitende Gnade treibt im Stillen ihr Werk, bevor die erneuernde an das ihre denken kann. Wieder schwebt der Geist Gottes über den Wassern, aber jetzt über denen eines ruhelosen Menschenherzens; da bricht ein Lichtstrahl durch vor dem Auge des Sünders wie an dem ersten Schöpfungstage, und er betrachtet nun alles, Gott und sich selbst, Himmel und Erde, mit ganz anderen Augen als zuvor. Ein Scheidung entsteht, wie am zweiten Tage, zwischen Licht und Finsternis, zwischen dem Leben aus Gott und dem Leben der Sinne; das Wasser der Sünde, das früher alles bedeckte, läuft ab und der Boden, auf dem das neue Leben erwachsen soll, wird sichtbar. Wie am dritten Tage fangen nun Keime, Blüten und Früchte der geistlichen Erneuerung an, sich zu zeigen; da wühlt etwas, da sprosst etwas empor, da reift etwas, das nicht Fleisch und Blut gelehrt haben. Es wird dadrinnen immer lichter, immer klarer, immer reiner; die volle Sonne geht auf in dem Herzen, wie am vierten Tage am Himmel: die Finsternis ist vorbei, das wahrhaftige Licht scheint jetzt. Da tritt, wie am fünften Tage, das neue Leben in zahllosen Formen hervor, von Stufe zu Stufe höher entwickelt, und endlich, wie am sechsten Tage, steht da der Mensch erwachsen, nach dem Ebenbilde Gottes, und fühlt sich als König und Priester, und weissagt schon von ferne den Sabbat, den Gott am siebenten Tage feierte; und Gott sieht und spricht! Es ist gut! und schreibt auf seine Stirn den Namen; Ein Tempel des Heiligen Geistes. Was sind alle Schöpfungswunder verglichen mit dieser Schöpfungstat Gottes, durch die er Sünder aus Finsternis zum Licht, aus der Knechtschaft zur Freiheit, aus dem Tod zum Leben führt! Der Ursprung dieses geistlichen Lebens ist ebenso geheimnisvoll, wie der des natürlichen Lebens; wenn es geboren ist, wird es sichtbar; wie es empfangen wird, ist ein Geheimnis Gottes oft für unsere eigene Seele. Die Erfahrung ist meist schmerzlich; es geht mit dem neuen Menschen wie mit dem alten: er wird weinend geboren, aber auch das Trauern des bußfertigen Sünders ist größere Seligkeit, als das Lachen eines Kindes dieser Welt. Das ebengeborene Kind wird zuerst mit Milch ernährt, lernt aber allmählich auch feste Speisen vertragen; das Stammeln wird zum Sprechen, das Straucheln zum Gehen. Der Geist lehrt dich beten; beten wie du noch nie gebetet hast, beten das „Abba, lieber Vater“, und dann auch danken, nicht nur für das, was er gibt, sondern auch für das, was er dir vorenthält oder versagt, ja lehrt dich selbst der Bedrängnisse dich rühmen. Das Herz, das früher zum höchsten in der Stimmung eines Psalmes wie der 22. war, lernt nun das Lied von dem entwöhnten Kinde (Psalm 131) und von dem guten Hirten (Psalm 23) verstehen, und das Auge, das sonst sich abwandte von dem Schreckbild des Todes, sieht nun dem Sterben mit froher Hoffnung entgegen, wie jener Einsiedler, der auf die Frage, warum er auf seinem Sterbebette sänge, zur Antwort gab: Weil ich die Scheidewand fallen sehe, die mich hindert, meinen Gott zu schauen. Fürwahr, das dunkle Herz, in dem Gott das Morgenrot des neuen Lebens aufgehen lässt, es mag wohl mit vollem Recht eine Welt voller Wunder heißen. Und was von allen diesen Wundern das schönste ist, das ist dies, dass die Gnade unsre Natur nicht vernichtet, sondern befreit, verherrlicht, erneuert. Ein bekehrter Paulus wird kein geheiligter Thomas; ein erneuter Petrus kein hocherleuchteter Johannes. Menschen wollen hundert Bekehrungen nach ein und demselben Muster haben: Gott vollbringt ein Werk der Gnade in hundert verschiedenen Formen. Ehre sei, nächst dem Vater und dem Sohne, dem Geiste, der lebendig macht. Und nun endlich: Was ist der Heilige Geist dir, ein Freund, ein Fremder, ein Feind? Und wiederum: Was bist du für den Heiligen Geist, sein Widersacher, oder sein geheiligter Tempel? O, betrüge dich doch nicht selbst! Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“ Gebt der Weckstimme Gehör: „Werdet voll des Heiligen Geistes“! und freut euch, dass es euch verkündigt wird: „Euer ist diese Verheißung!“ Sucht ihre Erfüllung mit gebeugten Knien und seht zu, dass ihr nicht den Vorwurf verdient: „Ihr widerstrebet allezeit dem Heiligen Geiste.“ Entziehet euch dem Gewühl der Welt, damit ihr seine Stimme versteht; schließt euch fest und immer fester dem Herrn und all den Seinen an. Hat das geistliche Leben in dir angefangen, so pflege es vorsichtig als eine zarte Pflanze für den Himmel, die nicht leichtsinnig jedem Luftzuge ausgesetzt werden darf. Und dann, wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns auch durch den Geist wandeln; wenn wir von dem Geiste geleitet werden, so lasst uns auch das Haupt aufheben als fröhliche und selige Kinder Gottes! (Oosterzee, Johannes Jacobus van) =====Predigten===== {{tag>Roos_Magnus_Andachten Hauser_Markus_Andachten Osterzee_Johannes_Jacobus_van}}